Roboter-Soccer-Junior-Cup

Legomaschinen spielen Fußball

Die Roboter und ihre Programmierer: Die Maschinen funktionieren autonom über Infrarot.

SANKT AUGUSTIN. Der Anpfiff ertönt. Der Lego-Roboter des Teams FCWT kickt den Ball geschickt nach vorne. Zentimeter für Zentimeter bewegt sich der quadratische Roboter geschwind Richtung gegnerisches Gehäuse.

Plötzlich stoppt sein Gegenspieler die Angriffsbemühungen kurz, ein packender Zweikampf bahnt sich an. Nach Haken und robustem Körpereinsatz kann sich der FCWT-Roboter der Schüler Robin Szymanski und Timo Müller durchsetzen. Schnell stürmt ihr "Spieler" unaufhaltsam auf das Tor zu, die Führung naht. Ein Augenblick später, und der Ball ist im Tor! Die beiden Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Sankt Augustin jubeln frenetisch.

Das Albert-Einstein-Gymnasium hat am Wochenende einen Lego-Roboter-Soccer-Junior-Cup veranstaltet, an dem viele technikbegeisterte Schüler aus der Region teilnahmen. Insgesamt neun Teams traten gegeneinander an und kämpften um den Gesamtsieg. Bei allen neun Mannschaften des Junior Cups, bis hin zu der jüngsten Klasse, stand der Spaß im Vordergrund. Der amtierende Deutsche Meister Robonaldo von der Christophorusschule aus Königswinter spielte ebenfalls mit.

"Die Roboter laufen autonom. Unser Roboter besteht unter anderem aus Ultraschallsensoren, einem Kompass, einer Steuereinheit und einem Infrarotsensor", sagte der 11-Jährige Robin Szymanski. Der Infrarotsensor erkennt die Signale, die der Ball, der auch mit der Infrarotsensortechnik ausgestattet ist, sendet. Dagegen dient der Kompass dazu, die Orientierung des Roboters festzustellen. Die seitlich angebrachten Ultraschallsensoren ermitteln, ob sich der Roboter in einer Ecke des Spielfeldes befindet. Auf dem Display der Steuereinheit können die Spieler die Daten einsehen.

Damit die Roboter überhaupt autonom laufen können, müssen diese vorher am Computer programmiert werden. "Die Daten der Sensoren und des Kompasses liest der Computer ein. Wir programmieren, wie sich der Roboter in den zehn verschiedenen Fällen verhalten soll. Was soll der Roboter beispielsweise tun, wenn der Ball links vorne vor ihm liegt", erläuterte Robin Szymanski.

In den Pausen zwischen den Spielen laden die beiden Schüler ihren Roboter auf und versuchen den Bewegungsablauf zu optimieren, indem sie an einzelnen Stellschrauben drehen und überlegen, kleine Veränderungen vorzunehmen.

Die Spiele gestalten sich nervenaufreibend, nicht nur wegen der Ergebnisse. Beim Spiel gegen die Robo Girls fallen mit fortschreitender Spieldauer immer mehr Legobauteile des Roboters von Robin Szymanski und Timo Müller auf das Spielfeld. Das Team FCWT verliert deutlich. Anschließend ist der FCWT-Roboter so ramponiert, dass er von seinen "Erschaffern" wieder neu zusammengebaut werden muss. Die Roboter bestehen in der Juniorklasse komplett aus Legobauteilen.

Wie beim "echten" Fußball sorgen Schiedsrichter für die korrekte und problemlose Durchführung der Partien. Mitunter verhaken sich die Roboter während des Spiels ineinander, gerade in den Ecken oder nah an den Toren. "Wir stellen sicher, dass der Spielfluss erhalten bleibt", so der 18-jährige Schiedsrichter Yannick Sawatzki. "Wenn Roboter und Bälle eingeklemmt sind, stellen wir diese neu auf und legen den Ball auf einen von fünf verschiedenen Punkten, die auf dem Spielfeld platziert sind." Zusätzlich dokumentieren die Schiedsrichter Spielverläufe und überprüfen, ob die Teams alle Regeln einhalten.

Lehrerin Ilse Schmitz moderierte die Veranstaltung und zeichnete für den Ablauf verantwortlich. "Als Einstieg in die Robotik können die Schüler in der Juniorklasse die Programmiersprache und Technik kennenlernen und sich mit den wichtigsten Faktoren des Spiels auseinandersetzen", merkte Ilse Schmitz an. "Es macht sehr viel Spaß", fasste Timo Müller aus der Klasse 5b zusammen.