Einkaufszentrum in Sankt Augustin

Lebensraum Kirche ist ein Ruhepol im Huma-Markt

Die aktuelle Installation im Lebensraum Kirche befasst sich mit dem Thema Hoffnung.

Die aktuelle Installation im Lebensraum Kirche befasst sich mit dem Thema Hoffnung.

Sankt Augustin. Der Lebensraum Kirche im Huma-Einkaufszentrum verzeichnet zwei Monate nach seiner Eröffnung einen guten Besuch. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die Gäste.

Geflügelte Wörter wie „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und „Man soll die Hoffnung nie aufgeben“ begegnen uns in allen Lebenslagen, insbesondere dann, wenn ein Mensch vor Herausforderungen, vor gravierenden Problemen oder der Ungewissheit steht. Hoffnung schöpfen Menschen aus eigener Zuversicht, durch Mitmenschen und durch den Glauben. Wo und wie genau, das fragt der Verein Lebensraum Kirche die Besucher mit einer Installation in seinem gleichnamigen Begegnungsraum im Huma-Einkaufszentrum in Sankt Augustin.

Seit dem 15. November ist der Raum im Ostflügel des Einkaufszentrums immer donnerstags und samstags geöffnet. Am Ende eines langen Gangs laden die große, geöffnete und beschriftete Tür sowie derzeit eine auffällige Leuchtwand mit den Worten „Es gibt noch Hoffnung“ zum Besuch des Raumes ein.

Gedimmtes Licht, eine ruhige Atmosphäre, gemütliche Sitzmöbel, ein langer Tisch mit Stühlen, daneben die Installation zum Thema Hoffnung und eine stetig arbeitende Kaffeemaschine, die ein Elektrofachgeschäft dem Verein gespendet hat: Der Raum ist einladend gestaltet und bei der ersten Öffnung im neuen Jahr auch gut besucht. Wer den Raum betritt, wird begrüßt, darf sich ungestört umschauen oder sich bei einem der ehrenamtlichen Helfer des Vereins über die Installation informieren. Ein Helfer ist Hans-Peter Schwellenbach, der an diesem Tag zum zweiten Mal Dienst hat: „Manche bleiben neugierig an der Tür stehen, aber viele kommen auch rein. Bei meinem ersten Dienst waren es 27 Besucher in drei Stunden – für mich ein tolles Erlebnis.“ Spezielle Fragen zum Glauben oder zur Hoffnung hätten die Besucher weniger gehabt, erinnert sich Schwellenbach. „Die Menschen wollten sprichwörtlich über Gott und die Welt sprechen und waren froh, dass man ihnen zuhört. Wenn einmal das Vertrauen da ist, legen die Menschen los.“

Eine Erfahrung, die Helga Hansmann, zweite Vorsitzende des Vereins, bestätigen kann. „Viele Besucher sagen, sie vermissen es, dass ihnen jemand zuhört. Manche berichten uns, sie haben den Kontakt zur Familie abgebrochen, zu Kindern, zu Enkeln, zur Kirche – das macht einsam.“ In Menden ist sie im offenen Gesprächskreis „Mittendrin“ aktiv, den die evangelische Kirche anbietet. Der räumliche und gestalterische Abstand des Lebensraums Kirche zu Sakralbauten und Geistlichen in Talar, Soutane oder Ornat schafft bei vielen Besuchern Nähe, hat Hansmann beobachtet: „Die Schwellenangst ist niedriger, man kommt schneller ins Gespräch.“ Oft über Gesellschaft und Familie, aber auch über den Glauben und die Kirche im Allgemeinen.

Andere Besucher wiederum wollen nur in Ruhe durch die Ausstellung gehen, hat Schwellenbach beobachtet: „Einige füllen eine Hoffnungskarte aus, auf der sie sich mehr Achtsamkeit, mehr Miteinander und mehr Kommunikation wünschen.“ Wer Hoffnung im Glauben schöpfen will, kann sich im Gebetsraum, einer ruhigen Ecke der Ausstellung, zurückziehen. Dort hängt auch das einzige Kreuz des Lebensraums – ein unscheinbares, kleines Holzkreuz. „Wir glauben, dass wir Gott unsere Sorgen anvertrauen dürfen. Auf ihn und seinen Beistand setzen wir unsere Hoffnung“ steht an einer Wand. Ein Satz, der für alle Konfessionen und Religionen gelte, so Hansmann: „Unser Raum ist offen für Menschen aller Religionen. Und ein offenes Ohr tut allen Menschen gut.“

Der Lebensraum Kirche befindet sich auf der Marktebene des Huma-Einkaufszentrums. Er ist donnerstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet.