Flugdaten nicht verwertbar

Lärmschutz am Flugplatz Hangelar bleibt Streitthema

Über die Einhaltung der Platzrunden und deren Kontrollen gibt es auch bei der jüngsten Sitzung des Lärmschutzbeirats des Flugplatzes Hangelar Diskussionen (Archivfoto).

Über die Einhaltung der Platzrunden und deren Kontrollen gibt es auch bei der jüngsten Sitzung des Lärmschutzbeirats des Flugplatzes Hangelar Diskussionen (Archivfoto).

Sankt Augustin. Und täglich grüßt das Murmeltier: Das Thema Flugstatistiken erhitzt auch in der jüngsten Sitzung die Gemüter im Lärmschutzbeirat des Verkehrslandeplatzes Bonn/Hangelar. Fluglärmgegner präsentierten Daten.

Halten sich die Flugzeuge am Flugplatz Bonn/Hangelar an die vorgegebene Platzrunde, mit der Lärm über den angrenzenden Wohngebieten vermieden werden soll? Auch in der 64. Sitzung des Lärmschutzbeirates des Verkehrslandeplatzes Bonn/Hangelar war dies die zentrale Frage. Nachdem bei den turnusmäßigen Neuwahlen Helmut Weber als Vorsitzender im Amt bestätigt und Krischan Ostenrath zum Stellvertreter gewählt wurden, stieg das Gremium in eine lebhafte Debatte um die Einhaltung der Platzrunde und deren Kontrolle ein.

Eine Debatte, die auch diesmal ohne Ergebnis blieb. Jüngster Stein des Anstoßes waren telefonische und schriftliche Fluglärmbeschwerden am 24. März und 8. April. Diese ergänzte Reinhold Nitka von der Bundesvereinigung gegen den Fluglärm mit fünf Karten-Ausdrucken, die Flugspuren von fünf verschiedenen Flugzeugen an besagten Tagen zeigen sollen.

Die Linien visualisieren geflogene Platzrunden, wobei manche Flugzeuge die Landebahn mehrfach um Dutzende bis Hunderte Meter verfehlt oder – laut aufgezeichneter Spuren – gar rechtwinklige Kurskorrekturen und regelrechte Haken in der Luft geschlagen haben sollen. Für Nitka war klar: „Hier finden keine Kontrollen statt. Die Piloten machen, was sie wollen.“

Daten hätten mit Wahrheit nicht viel zu tun

Die Quelle der Daten wollte der Fluglärmgegner auf Nachfrage nicht benennen. Doch für die anwesenden Experten der Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf, die Vertreter der Flugplatzbetreibergesellschaft und auch Dirk Wittkamp, Vorsitzender der Fliegergemeinschaft am Flugplatz Hangelar, deutete alles auf ein einschlägiges, schwedisches Internetportal hin. Diese Daten werden durch Antennen vom Seitenbetreiber und von Privatpersonen ermittelt, die Funksignale aus verschiedenen Positionsgeräten im Flugzeug abfangen, die am Computer zusammengerechnet werden.

Es seien Daten, die „mit der Wahrheit nicht viel zu tun haben“, berichtete Wittkamp mit einer technischen Erläuterung aus der Flugpraxis: „Manchmal fliegen die Maschinen laut Internetseite sogar rückwärts. Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass Piloten im Anflug etliche Male hintereinander die Bahn um 50 oder 100 Meter verfehlt haben sollen, wie es die Beispiele zeigen.“

Dem Tenor schlossen sich auch die anwesenden amtlichen Luftfahrtexperten rasch an. Tatsächlich fänden regelmäßig Kontrollen am Flugplatz statt, erklärte Flugplatzgeschäftsführer Walter Wielpütz: „Diese werden von der zuständigen Luftaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf durchgeführt. Der Flugplatz hat dafür keine Kompetenz.“ Allerdings bestehe die Möglichkeit, so ein Behördenvertreter, kostenpflichtig bis zu 30 Tage nach Aufzeichnung und mit formellem Aufwand die Auswertung von Radardaten bei der Deutschen Flugsicherung zu beantragen.