Flugschule Köln/Bonn

Kritische Nachbarschaft warf blick hinter die Kulissen

21.07.2014 SANKT AUGUSTIN. Erstmals lud die Flugschule Köln/Bonn in Hangelar am vergangenen Samstag zu einem Tag der offenen Tür ein. Bisher fand jedes Jahr lediglich ein "Hangarfest" für Flugschüler und Kunden statt, dieses Mal wollte man allen Interessierten und besonders der Nachbarschaft die Möglichkeit bieten, sich über die Flugschule zu informieren. Vor allem auch im Hinblick auf den von Anwohnern beklagten Fluglärm.

Geschäftsführer Ralf Jünemann betonte, dass hauptsächlich Piloten von außerhalb immer wieder für Ärger sorgten, weil die sich "nicht an die Spielregeln halten. Unsere Piloten beachten die Vorschriften bezüglich der Platzrunde auf den Meter genau", versicherte er. Die Veranstaltung diente also auch dazu, Gelegenheit zu bieten, mit einigen der insgesamt 15 Fluglehrer kritisch ins Gespräch zu kommen.

Die Schulungsräume konnten ebenso besichtigt werden wie die Flugzeuge im Vorfeld, in denen jeder Besucher Platz nehmen und laut Jünemann "alles anfassen" durfte. Begehrt waren natürlich die sogenannten Schnupperflüge bei den Gästen, um herauszufinden, ob die Fliegerei auch etwas für sie ist. Am Steuerknüppel saß ein erfahrener Pilot. Karl Kalwak fliegt hauptberuflich als Angehöriger der Flugbereitschaft der Bundeswehr die Bundeskanzlerin, den Bundespräsidenten und alle Minister, die berechtigt sind, diesen Dienst in Anspruch zu nehmen, rund um den Globus.

Bundespräsident Joachim Gauck hat er am liebsten an Bord, was aber damit zusammenhängt, dass der "die schönsten Ziele" hat, so Kalwak. Gabriela Woble (51) bot er eine besondere Überraschung. Zusammen mit seiner "Co-Pilotin" drehte er in einer nagelneuen PS-28 Cruiser eine Runde über das Siebengebirge. Das von der Flugschule angeschaffte Schul- und Charterflugzeug war erst einen Tag vor der Veranstaltung für immer in Hangelar gelandet.

Mit Cetinkaya Izzet-Emin begrüßte Ausbildungsleiter Gaspar Soproni einen alten Bekannten. Denn der 31-Jährige hat 2013 in Hangelar seine Privatpilotenlizenz erworben. Zum Spaß setzte er sich noch einmal in den Flugsimulator, in dem er innerhalb der Erstausbildung, die jeder Pilot durchläuft, fünf Stunden unterrichtet wurde. Für ihn war das kein Problem. Obwohl der Simulator, der für die Ausbildung im Instrumentenflug eingesetzt wird, nach Soproni "nichts für Grobmotoriker" ist. Denn die Anforderungen seien für Übungszwecke bewusst sehr hoch angesetzt. Bei Live-Musik, kühlen Getränken und Leckerem vom Grill kam auch der gemütliche Teil der Veranstaltung nicht zu kurz. (Paul Kieras)