Nach Schließung in Sankt Augustin

Kliniken in der Region wollen Geburtshilfe aufstocken

Die Schließung der Geburtshilfe an der Asklepios Kinderklinik wirkt sich auf die anderen Krankenhäuser im Kreis aus.

Die Schließung der Geburtshilfe an der Asklepios Kinderklinik wirkt sich auf die anderen Krankenhäuser im Kreis aus.

Sankt Augustin. Die Schließung der Geburtshilfe an der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin wirkt sich auch auf die GFO-Krankenhäuser in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis aus. So wollen die Kliniken nun darauf reagieren.

Nach der Schließung der Geburtshilfe in der Asklepios-Kinderklinik in Sankt Augustin will die Geschäftsführung der Kliniken der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) jetzt eine Aufstockung ihrer Geburtshilfestationen in der Region beantragen. Das teilte Geschäftsführer Ingo Morell auf Anfrage des GA mit. Die Gesellschaft betreibt vier Krankenhäuser mit Entbindungsstationen in der Region: in Troisdorf, Sieglar, Bad Honnef und Bonn.

Morell rechnet derzeit damit, dass auf die Krankenhäuser im Kreis jeweils etwa 20 Geburten zusätzlich im Monat zukommen werden. „Das ist kurzfristig zu leisten“, sagt er. Mittelfristig müsse die Gesellschaft überlegen, wie die Krankenhäuser mit den Kreißsälen zurechtkämen, vor allem im Bonner Marienhospital. „Wir hätten uns gewünscht, dass es noch etwas länger dauert“, ergänzt Morell. Denn die Gespräche mit den Krankenkassen und der Bezirksregierung hätten gerade erst begonnen.

Wie berichtet, hatte Asklepios die Geburtshilfe am Montag vorzeitig geschlossen. Ursprünglich sollte der Betrieb noch bis Ende Juni laufen; danach sollte es eine verstärkte Kooperation mit der GFO geben – so hatte es der Konzern Ende November angekündigt. Die Klinikleitung begründete die kurzfristige Entscheidung nun mit krankheitsbedingten Engpässen und Kündigungen von Mitarbeitern. Eine qualitative Versorgung der Mütter und Kinder sei deshalb nicht mehr gewährleistet, teilte Asklepios mit.

Geburten verteilen sich auf die anderen Kliniken

Laut Morell ist die GFO am Montagmorgen über diesen Entschluss informiert worden. Man könne es den Mitarbeitern nicht verübeln, wenn sie neue Jobs hätten, sagte der Geschäftsführer. Die GFO-Kliniken hätten noch versucht, eigene Mitarbeiter nach Sankt Augustin zu schicken, um dort Dienste zu übernehmen, aber das habe nicht ausgereicht, so Morell.

Die GFO-Kliniken im Kreis müssten sich nun auf die neue Situation einstellen. Denn die Erfahrung zeige, dass sich die Geburten meist auf die ortsnahen Krankenhäuser verteilen würden. Er geht persönlich davon aus, dass Sieglar und Bad Honnef die Schließung der Sankt Augustiner Station am meisten zu spüren bekommen werden. An der Sankt Augustiner Kinderklinik kamen pro Jahr rund 1000 Babys zur Welt. In Bad Honnef gibt es rund 500 Geburten jährlich, in Troisdorf rund 950 und in Sieglar etwa 1240. Am Bonner Marienhospital sind es mehr als 2000.

„Was wir auch im Blick haben müssen, ist die neonatologische Versorgung“, sagt Morell. Denn in Sankt Augustin soll zur Jahresmitte auch das Perinatalzentrum Level I wegfallen. „Wir werden im Zweifelsfall unsere Station in Bonn aufstocken müssen“, so der Geschäftsführer. „Dem müssen wir uns jetzt stellen.“