Frida-Kahlo-Schule in Sankt Augustin

Kein Unterricht an Förderschule nach Chlorgas-Austritt

Sankt Augustin. Nach dem Chlorgasaustritt am Schwimmbad der LVR-Frida-Kahlo-Schule in Sankt Augustin kann am Dienstag kein Unterricht stattfinden. Die Verletzten konnten die Krankenhäuser mittlerweile wieder verlassen.

Austretendes Chlorgas aus dem Schwimmbadkeller der Frida-Kahlo-Schule hat am Montagmittag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst: Rund 200 Schüler mussten aus der Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung in Sicherheit gebracht werden. Sieben Schüler rettete die Feuerwehr zum Teil mit sogenannten Fluchthauben. Acht leicht verletzte Schüler wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht, zwei weitere Personen wurden vor Ort vom Rettungsdienst betreut. Wie der Landschaftsverband Rheinland (LVR) am Dienstag mitteilte, konnten die Schüler die Krankenhäuser am Montagabend bereits wieder verlassen.

"Wir sind sehr froh, dass der Vorfall so glimpflich ausgegangen ist und bedanken uns bei allen Einsatzkräften, die sich vor Ort sehr engagiert um die Personen im Gebäude gekümmert haben – ganz besonders natürlich um unsere Schülerinnen und Schüler", sagte Angela Faber, LVR-Dezernentin Schulen und Integration, am Dienstag.

Der Unterricht an der Schule fiel am Tag nach dem Vorfall aus. Sämtliche Räume mussten gelüftet und von der Feuerwehr kontrolliert werden. Der LVR geht jedoch davon aus, dass der Unterricht ab Mittwoch wieder wie gewohnt stattfinden kann, heißt es in einer Mitteilung.

Einsatzkräfte durchsuchten Gebäude

Gegen 13.59 Uhr hatten Mitarbeiter der Schule am Montag den stechenden Chemikaliengeruch bemerkt. Trotz zahlreicher Brandschutztüren breitete sich das leicht flüchtige Gas rasend schnell im gesamten Gebäude aus. „Wir haben gemessen und schnell festgestellt, dass es tatsächlich Chlor ist“, bestätigte Sankt Augustins Wehrführer Herbert Maur vor Ort.

Sofort wurden weitere Einsatzkräfte aus Niederkassel, Bornheim und Eitorf, die auf den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern geschult sind, sowie Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Christian Diepenseifen und Lucia Wickert, Fachberaterin für Chemie-Einsätze, nach Sankt Augustin beordert. Im Schutz von Chemiekalienschutzanzügen und unter Atemschutz durchsuchten die Einsatzkräfte das Gebäude. „Man kann nie ausschließen, dass sich Kinder in Panik irgendwo verstecken“, erklärte Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch. „Zudem wurden im Keller des Gebäudes mehrere Behälter mit Chlor gefunden und ins Freie gebracht.“

Ursache weiter unklar

Wo und wie genau die aggressive Chemikalie ausgetreten war, ist auch am Dienstagvormittag noch unklar und wird weiter ermittelt. Weil auch im Freien die Chlorkonzentration in der Luft stieg, baute die Feuerwehr eine Wasserwand zum Binden der Gase auf. Größere Evakuierungen waren nicht nötig, auch nicht in der benachbarten Heinrich-Hanselmann-Schule.

Die Schüler hatten bereits gegen 13 Uhr Unterrichtsende. Lehrer, die sich noch für Konferenzen in der Schule befanden, konnten ihre Heimreise mit Verzögerung antreten. Unterdessen wurden die unverletzten rund 200 Schüler vom Rettungsdienst und Lehrern im Klostergarten betreut. Zum regulären Unterrichtsende gegen 15.30 Uhr fuhren Kleinbusse vor, um die Schüler nach Hause zu bringen. Etwa 20 bis 30 Schüler, die noch Zubehör für ihre Rollstühle oder Schlüssel aus der Schule benötigen, wurden noch einige Zeit im Kloster betreut.