Jahresabschlussprüfung der Feuerwehr

Jugendfeuerwehren zeigen in Sankt Augustin ihr Können

Übung: Mithilfe der Drehleiter werden Verletzte aus der brennenden Gesamtschule in Menden gerettet.

Übung: Mithilfe der Drehleiter werden Verletzte aus der brennenden Gesamtschule in Menden gerettet.

SANKT AUGUSTIN. Mehr als 70 Kinder der Sankt Augustiner Jugendfeuerwehren haben bei der Jahresabschlussprüfung ihr Können unter Beweis gestellt.

Nach den drei lauten Knallen herrscht erst einmal Ruhe. Dann ertönt ein Martinshorn und zahlreiche Feuerwehrautos biegen an der Siegstraße zur Fritz-Bauer-Gesamtschule ab. Schnell wird klar, die Explosionen kamen aus dem Chemieraum, denn Rauch kommt aus dem Gebäude.

Der dichte Qualm hüllt die Feuerwehr und die Besucher ein. Denn die Explosionen wurden nachgestellt und die mehr als 70 Feuerwehrleute gehören der Jugendfeuerwehr an. Am Samstagnachmittag wurde die Mendener Gesamtschule zum Schauplatz für die Jahresabschlussübung aller Jugendfeuerwehren der Stadt Sankt Augustin.

Viktoria ist seit zwei Jahren bei der Jugendfeuerwehr in Menden aktiv und hat die Übung zusammen mit Kamerad Kevin erfolgreich hinter sich gebracht. Die Beiden hatten zur Aufgabe, über das Treppenhaus erst mit einem C-Rohr vorzugehen und den Brand zu bekämpfen sowie schließlich die Verletzten zu retten. „Die Jugendwarte haben sich sehr viel Mühe gegeben, das alles zu organisieren“, freute sich Viktoria und gestand, dass sie zu Beginn der Übung „sehr aufgeregt“ gewesen sei.

Die Planungen zur Übung hatten bereits im März begonnen, berichtete der Mendener Jugendwart Frederik Filtraut. Da sich die Standorte mit der Ausrichtung der Übungen abwechseln, sorgten in diesem Jahr die Mendener mit Filtraut, André Fey und Sascha Papadopoulos sowie vielen Helfern der aktiven Wehr für ausreichend Aufgaben.

Bis ins kleinste Detail realistisch geschminkt

„Es sind alles Grundlagen, die sowieso gelernt werden“, sagt Filtraut. Die Gruppenführer der einzelnen Einheiten hätten erst am Tag der Übung erfahren, was ungefähr auf sie und ihre Schützlinge zukommen würde. Alle anderen Kinder handelten per Einsatzbefehl ihrer Gruppenführer. „Wir haben sie extra unwissend in die Situationen gehen lassen.“ Denn später sei es im Einsatz der aktiven Wehr auch nicht anders.

Die Übung verfolgten neben den Jugendwarten und Besuchern auch Bürgermeister Klaus Schumacher und Wehrführer Herbert Maur. Maur musste sogar zugeben: „Wir als aktive Wehr hätten es auch nicht besser gemacht.“ Schumacher freute sich vor allem, dass die Kinder „in eindrucksvoller Weise“ dargestellt hätten, dass sogar die Schule gerettet würde und erinnerte an den Filmklassiker „Hurra, Hurra, die Schule brennt“.

Er sei ebenfalls stolz, neben der Jugendfeuerwehr auch eine Jugendabteilung im DRK zu haben. Das Jugendrotkreuz hatte mit 30 Verletzten die Situation noch realistischer gemacht. Bis ins kleinste Detail realistisch geschminkt, konnte die Jugendfeuerwehr die Menschenrettung bei den Verletzten vornehmen. An der eingerichteten sogenannten Patientenablage wurden diese in Kategorien eingeteilt und versorgt.

Die große Alarmübung der Jugendfeuerwehren aus Sankt Augustin findet in jedem Herbst statt. Dabei können sich die Besucher über die Leistung und den Ausbildungsstand der Jugendfeuerwehren informieren. Aktuell sind in der Sankt Augustiner Jugendfeuerwehr 95 Kinder aktiv.