Diskussion in Hangelar

Hitzige Debatte über den Fluglärm

Verhärtete Fronten wurden während der Diskussion sowohl auf dem Podium als auch im Publikum deutlich.

Sankt Augustin. Wie sehr das Thema Fluglärm die Menschen in Hangelar und Umgebung bewegt, war am Montagabend im Haus der Nachbarschaft deutlich spürbar. Der General-Anzeiger hatte zur Podiumsdiskussion rund um den Flugplatz Hangelar geladen, und 160 Besucher folgten dieser Einladung. Die Fronten zwischen den jeweiligen Parteien scheinen jedoch verhärtet.

Es dauerte nicht lange, ehe am Montag zum ersten Mal lautstark protestiert wurde. Schon bei der Vorstellungsrunde der Experten brachten einige Besucher ihren Unmut mit lautstarken Buhrufen zum Ausdruck. Auf dem Podium nahmen Vertreter der Fliegergemeinschaft, der Stadt, des Flugplatzes und der dort ansässigen Unternehmen sowie Fluglärmgegner Platz.

Doch auch viele Bürger meldeten sich zu Wort, um ihre Meinung zu äußern. "Ich leide enorm unter dem Fluglärm", sagte ein Gast. Ein anderer forderte mehr Transparenz über die Flugbewegungen. "Die Belastung für die Anwohner gerade unter der Platzrunde hat in den letzten Jahren enorm zugenommen", sagte Manfred Roth von der Bürgerinitiative gegen Fluglärm.

"Wir hatten 2012 55.000 Flugbewegungen und damit fast die Hälfte als noch im Jahr 1990", widersprach Walter Wiehlpütz, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft. Und auch die Hubschrauberstarts hätten sich, so Stephan Günther, Heliservice der ADAC Luftfahrt Technik, erheblich gemindert.

"Bei den Hubschraubern sind vor allem die langen Wartungen am Boden und der dadurch entstehende Lärm der Rotorblätter ein Problem", mahnte wiederum Bernd Heistermann vom Arbeitskreis Hubschrauberlärm an. Sowohl Günther als auch Thomas Helbig, Leiter der Fliegergruppe der Bundespolizei, machten auf die große Anzahl an Arbeitsplätzen aufmerksam, die durch die am Flugplatz Hangelar tätigen Unternehmen und die Bundespolizei entstanden seien.

Dirk Wittkamp von der Fliegergemeinschaft erinnerte an die lange Tradition des Flugplatzes und die gute Jugendarbeit, die dort betrieben wird. Je mehr Themen in der Diskussion angesprochen wurden, desto hitziger wurden die Debatten auch im Publikum. Gerade die umstrittenen Gyrokopter sorgten für Gesprächsstoff. Dass ein Verbot der Gyrokopter aufgrund der Betriebspflicht des Flugplatzes laut Wiehlpütz derzeit nicht möglich sei, wollten ihm die Fluglärmgegner nicht glauben.