Krimilesung

Hendrik Berg liest in Augustiner Stadtbücherei

Zum Auftakt seiner Lesereise stellt der Autor Hendrik Berg seinen neuen Krimi, der auf der Insel Föhr spielt, in der Stadtbücherei Sankt Augustin vor.

Zum Auftakt seiner Lesereise stellt der Autor Hendrik Berg seinen neuen Krimi, der auf der Insel Föhr spielt, in der Stadtbücherei Sankt Augustin vor.

Sankt Augustin. Der Autor Hendrik Berg liest in der Sankt Augustiner Stadtbücherei aus seinem neuen Krimi "Kalter See". Ein Mord führt Ermittler Theo Krumm auf die Insel Föhr.

Die Nordsee. Ebbe und Flut, Wellen und Sandstrand. Das gehört einfach zusammen. Doch wie passt das zu Sankt Augustin? Eigentlich überhaupt nicht. Warum die Premierenlesung seines neuen Romans „Kalte See“ in der Stadtbibliothek stattfindet, weiß Autor Hendrik Berg auch nicht so genau. Immerhin ist es ein Nordsee-Krimi. Trotzdem kennt der gebürtige Hamburger, der seit 20 Jahren in Köln lebt, Sankt Augustin. „Es gibt Phasen im Leben, wo bestimmte Orte immer wieder auftauchen“, sagt er lächelnd. „So ist es im Moment mit Sankt Augustin. Mein Sohn möchte hier vielleicht studieren, die Familie war hier schon mehrmals einkaufen, und hier wurde das Problem mit unserem Telefon gelöst, das wir seit einem halben Jahr haben.“ Und jetzt beginnt hier die Lesereise zu Theo Krummes fünftem Fall.

Die Lesung ist gut besucht. Wobei es sich nicht um eine Lesung im klassischen Sinne handelt. „Ich sehe mich lieber als Geschichtenerzähler“, sagt Berg. „So wie früher, am Lagerfeuer.“ Lesung erinnere ihn eher an Vorlesungen in der Uni. Und interessant erzählen kann der Autor. Er lässt die Zuhörer nicht nur an der Geschichte, sondern auch am Entwicklungsprozess des Schreibens und an seinen Gedanken zu Orten und Handlungen teilhaben. „Wenn es darum ginge, nur zu erzählen, was in diesem Buch passiert, dann könnte ich Ihnen auch den Klappentext vorlesen“, findet er. In „Kalte See“ wird die schöne Insel Föhr von einem Mord erschüttert. Und das auch noch mitten in der Hochsaison. Das ruft Kommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat auf den Plan. Eigentlich gehört Föhr nicht zu seinem Ermittlungsgebiet, aber in diesem Fall soll es der erfahrene Kollege aus Berlin richten. Und nach Möglichkeit so, dass es die Touristen nicht mitbekommen. Man will ja keine Panik verursachen.

Verschiedene Blickwinkel

Hendrik Berg schafft es, dem Leser verschiedene Blickwinkel auf den Fall zu zeigen, sei es aus Sicht der Ermittler, der Opfer oder auch des Täters. Die Story ist spannend bis zur letzten Seite und hat mit Theo Krumme einen Ermittler der besonderen Art. Was macht diesen Ermittler eigentlich aus? „Er ist ganz normal“, beschreibt der Autor seinen Protagonisten. „Er hat Stärken und Schwächen, er ist ein bisschen muffelig und hat Rückenprobleme. Aber er hört immer auf sein Bauchgefühl.“ Kein technikaffiner Ermittler im Stil von CSI, sondern ein Kommissar der alten Schule sorgt in seinen Büchern für Gerechtigkeit.

Für seine Geschichten recherchiert Hendrik Berg gründlich, da kommt der Journalist in ihm durch. So hat er mit Polizisten und Ärzten über die Todesarten gesprochen, um hier so dicht wie möglich an der Realität zu bleiben. Für sein neues Werk hat er sich sogar mit einer Psychiaterin ausgetauscht, um die Beweggründe des Mörders nachvollziehbar darstellen zu können. Bleibt nur noch die Frage nach dem Handlungsort? Warum eignet sich die Nordsee so gut als Schauplatz für Krimis? „Man kann Krimis eigentlich überall machen“, findet Hendrik Berg. „Aber ich komme ja aus Hamburg. Und als ich damals angefangen habe, war mir sofort klar, dass meine Krimis an der Nordsee spielen sollen. Das intensive Wetter und die Melancholie von Ebbe und Flut sind dafür ideal.“