Sicherheitsauflagen

Hangelarer Spektakel fällt aus

Das Hangelarer Spektakel auf der Kölnstraße war auch im vergangenen Jahr gut besucht – in diesem Jahr entfällt das Event.

Das Hangelarer Spektakel auf der Kölnstraße war auch im vergangenen Jahr gut besucht – in diesem Jahr entfällt das Event.

Sankt Augustin. Die Organisatoren des Hangelarer Spektakels konnten in diesem Jahr nicht schnell genug auf gestiegene Anforderungen des Sicherheitskonzeptes reagieren, Haftungsfragen blieben ungeklärt. Für das kommende Jahr ist bereits ein Comeback geplant.

„Das Hangelarer Spektakel muss abgesagt werden“, teilte Peter Schell, Vorsitzender des Werbekreises Hangelar jetzt mit: Komplizierte Haftungsfragen und damit verbundene finanzielle bis existenzbedrohende Risiken haben die Veranstalter überrollt. Am Montagabend habe der Vorstand daher beschließen müssen, das Spektakel 2017 absagen zu müssen, bestätigte Schell am Dienstag auf Nachfrage: „Dabei geht es ausdrücklich nicht ums Geld, sondern um das, was für uns als Werbekreis immer an erster Stelle stand und steht: Die Sicherheit der Menschen.“

Für diese hatte in den vergangenen Jahren das Sicherheitskonzept gesorgt, das „in hervorragender Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Ordnungsamt, der Polizei und der Feuerwehr aufgebaut und weiterentwickelt“ worden sei, betonte der Vorsitzende. „Nun haben wir eine veränderte, erhöhte Gefahrenlage in Europa zu verzeichnen. Dem muss man Rechnung tragen.“

Trotz Verschärfung des Konzeptes blieben viele Fragen der Sichtung und der Haftung ungeklärt, wie Gespräche mit Versicherern, Juristen und anderen Veranstaltern der Region ergaben, so Schell: „Es sind gleich mehrere Probleme bekannt geworden, die sich nicht einfach klären lassen. So gibt es zurzeit kaum einen Versicherer, der eine ausreichende Veranstaltungshaftpflicht für das Hangelarer Spektakel anbietet.“ Und allein der Versicherungsbeitrag bei niedriger Deckungssumme überschreite bereits das Gesamtbudget des Werbekreises für das Spektakel.

Doch damit nicht genug: Würde die Veranstaltung kurzfristig aufgrund einer Drohung oder Gefährdung abgesagt, wäre der Werbekreis als Veranstalter dennoch in der Pflicht, etwa gebuchte Künstler, Bühnen und die Security zu bezahlen – insgesamt ein gestandener fünfstelliger Betrag, der über eine teure Ausfallversicherung gedeckt werden müsste, so Schell: „Auch hier gilt: Sicherheit der Menschen ist wichtiger als jede Einnahme. Leider weiß man bei Drohungen nie sofort, ob diese ernst gemeint oder nur ein sehr schlechter Scherz sind.

Finanzielles Risiko

Umso wichtiger sei es, nicht nur die Besucher, „sondern auch den Verein und seine Mitglieder vor diesem enormen Risiko zu schützen“. Doch es wird noch komplizierter: Vor bislang ungeklärten Rechtsfragen der Gefährdungshaftung könne sich der Veranstalter trotz aller Versicherungen nicht entziehen. Hinzu komme das finanzielle Risiko für die „Abwehr ungerechtfertigter Ansprüche“, die mit hohen Streitwerten und teuren Rechtskosten geführt und kleine, private Veranstalter schnell überfordern könnten.

„Das alles lässt sich nicht schnell klären. Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche geführt, wollten die Hoffnung nicht aufgeben, müssen aber für dieses Jahr die Reißleine ziehen.“ Im Ort, wo sich am Dienstag die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete, haben Einwohner Verständnis für die Entscheidung. Peter Schell: „Wir haben nun Zeit gewonnen, Fragen zu klären und Gespräche mit den großen Organisationen im Ort für das nächste Jahr zu führen. Denn das Comeback 2018 ist das erklärte Ziel.“