Landschaftsprojekt als Vorreiter in Nordrhein-Westfalen

"Grünes C" für Klimaschutz ausgezeichnet

SANKT AUGUSTIN. Ein bisschen Stolz klang schon mit in der Stimme von Rainer Gleß am Dienstagabend, als er im Gebäudeausschuss verkündete, dass das "Grüne C" von der "KlimaExpo.NRW" offiziell als Vorreiter für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wird.

Das "Grüne C" soll dazu dienen, unterschiedliche Landschaftsräume in der Region miteinander zu vernetzen (siehe Info-Kasten). Die beteiligten Kommunen sind Alfter, Bornheim, Bonn, Niederkassel, Sankt Augustin und Troisdorf. "Das 'Grüne C' ist trotz einiger Kritik ein Vorzeigeprojekt", sagte der Technische Beigeordnete.

Die "KlimaExpo.NRW" ist eine Initiative der Landesregierung, die Klimaschutzprojekte belohnt und diese für die Öffentlichkeit sichtbar machen soll. Bis 2022 sollen es insgesamt 1000 zertifizierte Projekte sein, die dann im Rahmen einer Ausstellung gezeigt werden. Dabei geht es nicht allein um die Einsparung von Kohlenstoffdioxid. Vergangenen Dienstag hat das "Grüne C" den Zuschlag erhalten, teilte "KlimaExpo"-Sprecher Markus Schulze Wehninck gestern dem General-Anzeiger auf Nachfrage mit. Weitere Fördermittel sind mit der Auszeichnung nicht verbunden.

Das "Grüne C" hatte sich im Juli selbst bei der Initiative beworben. Die eingereichten Unterlagen wurden geprüft - und für positiv befunden. "Das 'Grüne C' ist planerisch innovativ, das gibt es so kein zweites Mal in Deutschland", sagte Schulze Wehninck. Das Landschaftsprojekt verbessere die Lebensqualität, die Radwege verdrängten den motorisierten Freizeitverkehr, der Landschaftsraum werde belebt und habe direkte und indirekte Klimaeffekte.

Eine Plakette an verschiedenen Stationen des "Grünen C" wird es laut Schulze Wehninck aber nicht geben - anders als etwa die Pilgermuschel beim Jakobsweg. "An einem zentralen Ort, an dem viele Menschen vorbeikommen, wird es eine Informationstafel geben", sagte Schulze Wehninck. Der genaue Standort sei aber unklar und müsse noch geklärt werden.

Das "Grüne C" hatte in der Vergangenheit immer wieder Kritik hervorgerufen - unter anderem landete es vergangenes Jahr im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes, weil die beteiligten Kommunen viel Geld dafür in die Hand genommen haben: Sankt Augustin laut Steuerzahlerbund etwa 609 000 Euro, Alfter rund 207.000 Euro, Troisdorf gut 304.000 Euro und Bonn 482.000 Euro. Der Steuerzahlerbund kritisierte auch, dass die Betonelemente, die das Wegenetz kennzeichnen, "mehr oder weniger entfernt an ein 'C' erinnern".

Das "Grüne C"

Das "Grüne C" ist ein Landschaftsprojekt, das Grünflächen und Freiräume in Bonn und der Region verbinden soll. Der Name ergibt sich aus der Form der verbundenen Flächen.

Das interkommunale Projekt ist 2004 ins Leben gerufen worden und unter dem Dach der "Regionale 2010" sowie mit Fördergeldern von Bund, Land und der EU finanziert worden. Ziel soll sein, die Kulturlandschaft für nachfolgende Generationen zu sichern.

Verschiedene Betonelemente sollen auf das "Grüne C" aufmerksam machen und den Naherholungssuchenden leiten. Die Gestaltung rief immer wieder Kritik hervor.