Hangelarer Flugplatz

Grüne fordern mehr Kontrollen gegen Fluglärm

Mehr Starts sollen mehr Geld in die Kasse der Flugplatzgesellschaft spülen. Das ist laut Grünen aber mit mehr Lärm verbunden.

SANKT AUGUSTIN. Seit die Luftaufsicht für den Flugplatz Hangelar den 150-Meter-Korridor beidseits der Ideallinie der Platzrunde abgeschafft hat, ist der Flugplatz wieder in der Diskussion. Fluglärmgegner in Sankt Augustin und im angrenzenden Beuel fürchten nun, dass nach dem Wegfall der Einschränkung für die Piloten der Lärm wieder zunimmt.

Und die Sankt Augustiner Grünen treibt die Sorge um, dass die Gesamtentwicklung rückläufig ist. "Da wird ja einiges zurückgerudert", moniert Martin Metz, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Ein Dorn im Auge ist ihm das Strategiepapier, das die Flugplatzgesellschaft Ende 2013 vorgelegt hatte. "Das ist mal eben so vom Aufsichtsrat beschlossen worden, ohne dass es öffentlich unter Beteiligung der Bürger beraten worden ist", sagt Metz. Überdies seien dort Positionen festgelegt, die der Beschlusslage politischer Gremien entgegen stünden. So etwa die Ansiedlung "nicht Flugplatz affinen Gewerbes" sowie die Ansiedlung eines Hotels. "Wir haben im Rahmenplanungsbeirat beschlossen, dass wir das nicht verfolgen wollen", sagte Metz.

Einige Jahre, so die Grünen, seien erste erkennbare, zaghafte Fortschritte beim Lärmschutz erkennbar gewesen. "Jetzt geht die Tendenz leider in eine andere Richtung", meint Metz und kritisiert vor allem das im Strategiepapier beschlossene Ziel, nach Jahren rückläufiger Zahlen die Flugbewegungen zu steigern. "Das ist nicht akzeptabel", sagt Metz.

Allerdings schreibt die Flugplatzgesellschaft, wie berichtet, wegen des Rückgangs der Starts und Landungen und dem damit verbundenen Gebührenausfall rote Zahlen und muss nun dafür Sorgen, dass sich die Einnahmenseite verbessert. Auch der Umstand, dass sich die Flugplatzgesellschaft aus der für sie freiwilligen Platzrunden-Kontrolle zurückzieht, macht den Grünen Sorge. Die Flugplatzgesellschaft hatte sich bereiterklärt, die Einhaltung der Platzrunde mit einem Lasermessfernglas zu kontrollieren.

Das Projekt ist allerdings gescheitert, weil das Gerät nicht funktionierte. "Flugplatzgesellschaft und Fliegergemeinschaft sprechen jetzt davon, dass es in Hangelar wieder so zugehe, wie an jedem anderen Verkehrslandeplatz auch. Die Aussagen zeigen, dass sie offenbar nichts verstanden haben", sagte Metz.

Wer einen Korridor aus Sicherheitsgründen ablehne und sich aus der Kontrolle der Flugbewegungen zurückziehe, werde über kurz oder lang auch nicht dafür eintreten, dass die verbindliche Platzrundenreglung "allgemeinverträglich" eingehalten werde, glaubt Metz. "Wir Grünen werden jetzt darauf drängen, dass die Kontrollen am Flugplatz verstärkt werden. "

Sankt Augustins Erster Beigeordneter Rainer Gleß, der auch Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft ist, kann die Kritik nicht nachvollziehen. "Zur Abschaffung des Korridors haben wir uns doch gar nicht geäußert. Das ist auch nicht unser Thema, sondern Sache des Ministeriums und der Bezirksregierung in Düsseldorf."

Es stehe im Übrigen dem Aufsichtsrat zu, nicht-öffentlich Strategiepapiere zu beschließen. Eingebettet in die Strategie sei doch auch, dort für Lärmminderung zu sorgen, wo es möglich ist. "Ich rate den Grünen und Herrn Metz zu ein bisschen mehr Bodenhaftung", so Gleß.