Rahmenplanung für Sankt Augustin

Flugplatz Hangelar soll attraktiver werden

Sankt Augustin. Bessere Spielplätze, mehr Gastronomie und eine Aussichtsterasse: Der Rahmenplanungsbeirat der Stadt Sankt Augustin hat Verbesserungen für Besucher und Gewerbe am Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar vorgestellt.

Ein Zustandsbericht und ein Fahrplan für zukünftige Entwicklungen ist die neue Rahmenplanung für den Flugplatz Hangelar, die am Donnerstag im zuständigen Rahmenplanungsbeirat vorgestellt und beraten werden soll (18 Uhr, Eschenzimmer im Rathaus). Dieser schlägt unter anderem vor, die öffentlich zugänglichen Flächen für eine bessere Freizeitnutzung attraktiver zu gestalten. Aber auch die Ansiedlung oder Expansion von Gewerbebetrieben auf verbleibenden Freiflächen sowie Neubauten in „lärmabschirmender Gebäudeanordnung“ schlägt der Plan vor.

Schutz von Flora und Fauna

Gearbeitet wird an der Rahmenplanung bereits seit bald fünfeinhalb Jahren: Im November 2013 hatte das Gremium den Auftrag erteilt, eine Planung zu erstellen. Sie soll Perspektiven aufzeigen, wie sich Interessen von Nutzern, also Luftsportler und das luftfahrtaffinen Gewerbe vor Ort, mit Fragen zum Schutz von Flora, Fauna und Schallemissionen langfristig vereinbaren lassen können.

In seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl 2014, im Dezember 2015, hatte das beauftragte Planungsbüro BKR aus Aachen seinen Entwurf für die Rahmenplanung vorgestellt, die nun für die zweite Sitzung des Gremiums ausgearbeitet wurde: Der Schutz von Flora und Fauna, deren Zuständen die Planungsingenieure gute Noten attestierten, soll ebenso festgeschrieben werden wie der Lärmschutz, der auch die Interessen der Luftsportler, also Privat- und Vereinspiloten, sowie die Entwicklungsmöglichkeiten der Gewerbebetriebe berücksichtigt.

So würden etwa ein riegelförmiger Neubau im Bereich eines heutigen Gastronomie-Bungalows sowie weitere Einzelbaukörper die angrenzende Wohnbebauung vor Bodenlärm am Flugplatz schützen, wenngleich – auch das sagt die Rahmenplanung – die Notwendigkeit dazu aktuell nicht unbedingt gegeben sei. Der auf die umliegenden Wohngebiete einwirkende Gewerbelärm unterschreite die Richtwerte deutlich und auch der Bodenlärm der im Stand laufenden oder zur Bahn rollenden Luftfahrzeuge halte aktuelle Emissionsrichtwerte ein.

Verkehrsführung optimieren

Mehr Raum für Gewerbe oder sonstige Nutzer könnte allerdings auch mehr Verkehr für die Richthofenstraße bedeuten – ein Plus von zehn Prozent haben die Autoren pauschal berücksichtigt und diese als verträglich eingestuft. Optimiert werden könnte allerdings die Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer, die sich ihren Weg in weiten Teilen bislang mit den Autos teilen müssen. Eine bessere Anbindung schlagen die Autoren ebenso vor wie die attraktivere Gestaltung der Freiflächen für Besucher, eine Aufwertung der Spielplätze in Verbindung mit gastronomischen Angeboten sowie ein Gebäude mit Aussichtsterrasse.

Zum Erschließungskonzept der neuen Rahmenplanung gehört auch, einen neuen und direkten Fußweg vom bisherigen Freizeitweg des „Grünen Cs“ zwischen Flugplatzareal und Sportplatz zu schaffen, der allerdings von Radfahrern nicht benutzt werden soll. Hierfür sollen der Zaun und das elektrische Zufahrtstor zum Sicherheitsbereich des Flugplatzes um rund 120 Meter nach Osten versetzt und das Flugplatzgelände entsprechend verkleinert werden.

Neue Stellplätze

Welche Auswirkungen dies auf Gewerbebetriebe sowie deren im Plan vorgeschlagene Ansiedlungs- und Expansionsflächen hat, die dann aus dem Sicherheitsbereich herausfallen und ihre Luftfahrzeuge über öffentliche Flächen bewegen müssten, erklärt die Rahmenplanung nicht.

Mit der Verkleinerung des Sicherheitsbereiches sollen zudem bis zu 30 neue Stellplätze geschaffen werden. Für die Erschließung setzt das Planungsbüro weiter auf die Richthofenstraße und vorhandene Wege im Planungsgebiet, wenngleich langfristig das Ziel verfolgt werden solle, die Richthofenstraße an die Bundesgrenzschutzstraße jenseits des dazwischenliegenden Bundespolizei-Areals anzubinden. Sofern der Rahmenplanungsbeirat dem Entwurf zustimmt und auch die Veränderungen mit dem Festsetzungskatalog des Baugesetzbuches und dem Luftverkehrsrecht vereinbar sind, soll die Rahmenplanung dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt und anschließend mit in Bebauungsplänen verankert werden.