Protest in Sankt Augustin

Flüchtlinge demonstrieren erneut gegen Rückführungen

Sankt Augustin. In Sankt Augustin haben am Mittwochmorgen erneut Flüchtlinge demonstriert. Die Personen protestierten gegen Rückführungen nach Italien und Bedingungen in ihrer Unterkunft in der ehemaligen Medienzentrale.

An der ehemaligen Medienzentrale in Sankt Augustin haben am Mittwochmorgen etwa 50 bis 60 Flüchtlinge demonstriert. Sie hatten sich gegen 6.30 Uhr an der Kreuzung Alte Heerstraße und Pleiser Dreieck versammelt, um gegen Abschiebungen nach Italien zu protestieren. Mit Plakaten machten sie auf ihre Situation aufmerksam.

Wie berichtet, lief in der ZUE von Februar bis Ende Mai ein Pilotprojekt zum Dublin-Verfahren. Seither leben dort auch Flüchtlinge, die Deutschland direkt wieder verlassen müssen. Sie sollen ihren Asylantrag in den Ländern stellen, in denen sie sich erstmals registriert haben. Die ZUE ist eine von drei Einrichtungen dieser Art in NRW.

Wie eine Asylverfahrensberaterin vor Ort mitteilte, sollten am Montag fünf Personen abgeschoben werden. Einer der Bescheide wurde demnach vollstreckt, die anderen bislang nicht.

Schon vor zwei Wochen hatten rund 50 Personen gegen die Abschiebungen und die Bedingungen in ihrer Unterkunft in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes demonstriert.

Gegen 9.15 Uhr löste sich die Demo wieder auf, die Polizei war mit insgesamt neun Fahrzeugen und mehreren Einsatzkräften vor Ort. Der Protest verlief insgesamt friedlich.

Durch die Demo kam es im Bereich der Kreuzung zu Verkehrsproblemen, die Polizei leitete die Autofahrer am Demonstrationsort vorbei.