Sturm zerstört Zelt

Für den Zirkus Altano aus Sankt Augustin geht es um die Existenz

Fünf Tage nach dem Sturmschaden am großen Zirkuszelt des Zirkus Altano steht fest: Ein neues Zelt muss her.

Fünf Tage nach dem Sturmschaden am großen Zirkuszelt des Zirkus Altano steht fest: Ein neues Zelt muss her.

Sankt Augustin. Fünf Tage nachdem Sturm Xavier das große Zirkuszelt des Zirkus Altano umgerissen hat, steht nun fest: Das Zelt ist nicht mehr zu reparieren und Geld für ein neues hat die Familie nicht.

Fünf Tage nach dem verheerenden Sturmschaden am großen Zirkuszelt des Zirkus Altano herrscht Gewissheit: Das Zelt ist irreparabel und für Familie Neigert geht es um die Existenz. Das bestätigte Zirkusdirektor Carl Neigert, Chef des 28-köpfigen Familienunternehmens: „Es sieht wirklich nicht gut aus. Es waren einige Leute da, haben uns Futter gebracht und auch etwas Geld wurde gespendet – das hat uns sehr gefreut. Bislang reicht es aber noch nicht, um weiterzukommen.“

Denn erste Befürchtungen, das Zirkuszelt könnte irreparabel beschädigt sein, haben sich jetzt bewahrheitet. „Wir waren in Bonn bei einem auf Zelte spezialisierten Betrieb. Unser kleines Tierzelt konnte er retten. Beim großen Zelt ist das nicht möglich, weil das Material bereits so alt und steif ist sowie keinen Weichmacher mehr enthält – da kann man nichts mehr machen.“

35.000 bis 40.000 Euro nötig

Die notwendigen 35.000 bis 40.000 Euro für ein neues Zelt habe die Familie freilich nicht, betont der Zirkusdirektor. „Wir brauchen jetzt nicht nur jeden Euro, sondern jeden Cent“, sagt er. Bislang sei wenig zusammengekommen. Es hätten Familien und überwiegend Senioren gespendet. „Es müssen ja auch keine großen Beträge sein: Wenn wir von jedem Mülldorfer nur einen Euro bekämen, wären wir aus dem Gröbsten raus. Dieses Jahr ist für uns einfach ein Horrorjahr. Ich bin dabei noch froh, dass beim Sturm keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“

Nicht nur die finanziellen Belastungen lasteten schwer, sondern auch die Erlebnisse bei der Suche nach Unterstützung, berichtet Neigert: In den vergangenen Tagen habe man auch bei Firmen und Baumärkten in der Umgebung nach Materialspenden gefragt, allein ein Sankt Augustiner Baumarkt habe den Zirkus unterstützt: „Ich habe höflich gefragt, bin aber teilweise wie ein Obdachloser behandelt und abgewimmelt worden.“

Schicksal der Familie berührt

Und doch gibt es Menschen, die das Schicksal der Großfamilie nicht unberührt lässt. Familien drücken den Artisten an der Mendener Straße Geld in die Hand.

Auch Toni Weber, der aus der Zeitung vom Leid der Familie erfahren hatte, ist spürbar bewegt: „So ein fester Verbund, so eine starke Familie, die zusammenhält, unterstütze ich gern. Das ist eine Situation, für die die Menschen nichts können. Dass das Zelt nicht versichert war, ist eine andere Sache – aber das kann ich nachvollziehen, das kostet wirklich viel Geld.“ 300 Euro wird er aufs Spendenkonto überweisen, „die Menschen müssen ja irgendwie weiterkommen.“