Jugend in Sankt Augustin

Die Sankt Augustiner Jugendlichen wollen wieder eine Party

Auf der Marktplatte wird an Weiberfastnacht definitiv nicht mehr gefeiert. Eine große Ersatz-Party wollen die Sankt Augustiner Jugendlichen dennoch. Wo und wann steht aber noch nicht fest.

Auf der Marktplatte wird an Weiberfastnacht definitiv nicht mehr gefeiert. Eine große Ersatz-Party wollen die Sankt Augustiner Jugendlichen dennoch. Wo und wann steht aber noch nicht fest.

Sankt Augustin. In einer Umfrage des Stadtjugendrings sprechen sich 97,8 Prozent für eine Party für Jugendliche aus. die Beteiligung fällt allerdings spärlich aus. In diesem Jahr wird es definitiv keine Party mehr geben, weil noch an einem Konzept gearbeitet wird.

„Wir arbeiten derzeit daran, dass es in Sankt Augustin wieder ein Party für Jugendliche gibt“, kündigt der Vorsitzende des Stadtjugendrings Sebastian Kremer an. Gemeint ist ein Ersatz für die Weiberfastnachts-Party, die mit dem Huma-Neubau ein jähes Ende fand. Dabei hatte die Jugendfete an Weiberfastnacht schon Tradition. Was zunächst als lose Zusammenkunft jugendlicher Jecken begann und dann immer größere Dimensionen annahm, wurde 15 Jahre lang unter dem Motto „Tanzen statt Torkeln“ kontrolliert gefeiert. Die Sozialarbeiter der Stadt betreuten die bis zu 4000 Jugendlichen auf dem Platz beim Feiern. Es wurden belegte Brötchen, Berliner, Tee und antialkoholische Getränke kostenfrei oder für wenig Geld ausgegeben. Unterschiedliche Bändchen sollten dafür sorgen, Alkoholexzesse bei den Kids zu minimieren.

Mit dem karnevalistischen Event war jedoch Schluss, als die Bagger für den Abriss des alten Huma-Einkaufcenters anrückten. Auch jetzt, wo die neue Shoppingwelt schon seit über einem Jahr steht, gibt es keine Chance mehr für die Jugendlichen, die alte Weiberfastnachts-Party wieder auf der Marktplatte aufleben zu lassen. „Das ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich“, sagt Kremer.

Um die Bedürfnisse abzufragen, hat der Stadtjugendring gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen und der Stadt Sankt Augustin im Februar dieses Jahres eine Umfrage gestartet.

„Der Rücklauf war zunächst sehr gut, wurde dann aber etwas behäbig“, meint Kremer, der sich gemeinsam mit Marc-Alexander Schelbert für eine Feier in der Stadt einsetzt. Von den rund 5000 verteilten Fragebögen kamen nur 132 ausgefüllt zurück.

Auch wenn es vor allem ältere Jugendliche waren, die sich an der Umfrage beteiligten, so war das Ergebnis eindeutig: 97,8 Prozent der 132 Jugendlichen, die sich beteiligt haben, wollen eine Ersatzparty. Auch bei den Eltern und Lehrern sind 95 Prozent für das betreute Feiern. Was den Termin anbelangt, so steht Karneval unangefochten (95 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von einer Feier kurz vor den Sommerferien (71 Prozent) oder einer Halloween-Party (62 Prozent). Besonders wichtig ist dem Feiervolk dabei, dass ein DJ Musik auflegt, es ab 16 einen Bierausschank gibt und dass der Einlass zur Party ohne Altersbeschränkung ist.

Etwas gewundert hat sich Kremer über die Bereitschaft der Jugendlichen, vier bis fünf Euro Eintritt zu zahlen. „Natürlich haben wir das bei der Umfrage unter den Finanzierungsvorbehalt gestellt.“ So viel Einsicht hätte Kremer dennoch nicht erwartet. Die Bereitschaft dazu war dann auch bei den Eltern nicht ganz so groß. Sie könnten sich einen Eintrittspreis zwischen ein und drei Euro vorstellen.

Als besonders erfreulich wertete Kremer die Stellungnahmen, die von den Jugendlichen abgegeben wurden. „Ohne Party an Karneval verteilt sich Frust und Saufgelage in der ganzen Stadt.“ „Auf der Karnevalsparty hat man Kontakte knüpfen, Spaß haben, Stress vergessen und Bekannte wieder treffen können“, schreiben die Jugendlichen in den Fragebögen. Zudem gebe es in der Stadt keinen Club oder ähnliches, so dass die Party das Highlight des Jahres gewesen sei. Gegenstimmen habe es nur zwei bei den Jugendlichen gegeben, und die bezogen sich auf den Alkoholkonsum sowie die Polizeieinsätze. Was so eine Veranstaltung brauche, das seien „coole Künstler, Zugangskontrollen und kontrollierte Alkoholabgabe“, finden die Jugendlichen.

Allzu große Euphorie dämpft der Jugendring-Vorsitzende allerdings schon jetzt, denn in diesem Jahr wird es definitiv keine Party mehr geben. Der Grund: An einem möglichen Konzept wird derzeit noch gearbeitet. „Wenn das vorliegt, muss es einen langen Weg durch viele Instanzen in der Verwaltung und im Rat gehen“, sagt Kremer. Deshalb muss sich das Augustiner Feiervolk noch etwas in Geduld üben.

Fest steht schon jetzt: Sollte es in Sankt Augustin wieder eine Party geben, dann wird diese definitiv an einem anderen Tag und an einem anderen Ort stattfinden als die bisherige Weiberfastnachts-Party.