Schule in Sankt Augustin

Die Gesamtschule soll nach Fritz Bauer benannt werden

Stimmt die Sankt Augustiner Politik zu, trägt die Gesamtschule in Menden ab August den Namen des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer.

Stimmt die Sankt Augustiner Politik zu, trägt die Gesamtschule in Menden ab August den Namen des Generalstaatsanwalts Fritz Bauer.

Sankt Augustin. Ab August soll auch die weiterführende Schule in Menden einen eigenen Schulnamen tragen – den des deutschen Juristen und Initiators der Auschwitz-Prozesse, Fritz Bauer. Darüber berät der Schulausschuss am Dienstag, ehe im Mai der Sankt Augustiner Rat die endgültige Entscheidung.

Bislang heißt sie einfach nur Gesamtschule. Doch ab August soll auch die weiterführende Schule in Menden einen eigenen Schulnamen tragen – den des deutschen Juristen und Initiators der Auschwitz-Prozesse, Fritz Bauer. Am heutigen Dienstag, 28. März, berät zunächst der Ausschuss für Schule, Bildung und Weiterbildung über den Vorschlag. Im Mai trifft der Sankt Augustiner Rat die endgültige Entscheidung.

Die Idee dazu hatten die Verantwortlichen schon länger. „Wir haben schon vor der Gründung nach einem Namen gesucht“, erzählt Schulleiterin Stephani Overhage auf Anfrage des GA. Konkreter wurde es dann 2014. Damals rief die noch junge Schule Eltern, Schüler und Lehrer auf, Vorschläge zur Namensgebung zu machen.

Sie sollten sowohl einen Bezug zum Schulprogramm haben als auch die Möglichkeit bieten, eine möglichst hohe Identifikation bei allen Gruppen zu erreichen, teilt die Schule in einer Anlage für den Ausschuss mit. Schließlich einigten sich die Gruppen auf drei mögliche Namensgeber: Fritz Bauer, die Autorin Hilde Domin und den Künstler Marc Chagall. In der Schulkonferenz fiel die Wahl dann auf Bauer.

„Uns war es wichtig, dass alle Gremien eingebunden sind“, sagt die Schulleiterin. Für Stephani Overhage passen die Biografie und das Wirken Fritz Bauers sehr gut zum Konzept der Gesamtschule (siehe Kurzbiografie). Denn die Schule habe von Beginn an immer den Aspekt der Holocaust-Didaktik im Blick gehabt. Zudem sei sie „Schule ohne Rassismus“ und habe seit 2014 einen Schüleraustausch mit Israel.

„Das Thema schwingt immer mit“, sagt die Schulleiterin. „Für uns war auch ein wichtiger Punkt, dass Bauer sehr für Gerechtigkeit eintritt, und dass er als Jurist nicht fachgebunden ist.“ Warum die Wahl nicht auf eine Person aus der Region gefallen ist? Die Schule habe sich nach lokal bedeutenden Menschen umgesehen, so Overhage. Bei der Suche sei auch Stadtarchivar Michael Korn im Boot gewesen. „Wir haben in diesem Bereich aber keinen gefunden.“

Aus Sicht der Verwaltung spricht nichts gegen die Umbenennung. Sie schlägt den politischen Gremien deshalb vor, der Gesamtschule mit Wirkung vom 1. August 2017 den Namen „Fritz-Bauer-Gesamtschule“ zu geben.

Der Ausschuss für Schule, Bildung und Weiterbildung tagt am Dienstag, 28. März, ab 18 Uhr im kleinen Ratssaal des Rathauses, Markt 1. Auf der Tagesordnung stehen zudem die Raumprogramme zum Ausbau der Grundschulen in Menden und Ort. Die Sitzung zu diesen Punkten ist öffentlich.