Lego-Ausstellung in Sankt Augustin

Die Faszination kunterbunter Steinchen

SANKT AUGUSTIN. Von der Feuerwache bis zum Flughafen, vom Jahrmarkt bis zum Beueler "Chinaschiff" - bei der zweitägigen Ausstellung in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg wurden Lego-Künste auf mehr als 1200 Quadratmetern präsentiert.

Kaum ein Kunststoffstapelsteinsystem fasziniert Kinder und Erwachsene gleichsam wie die Welt des dänischen Herstellers Lego. Und es gibt kaum eine Landschaft, ein Gebäude oder eine Maschine, die sich nicht aus den Modulen aus ABS-Kunststoff schaffen ließen.

So war "ABSolut Lego" am Wochenende der passende Name der zweitägigen Ausstellung in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die auf mehr als 1200 Quadratmetern Lego-Künste in Perfektion und für jeden Geschmack zeigte.

Von der Feuerwache bis zum Flughafen, vom Jahrmarkt bis zum Beueler "Chinaschiff" - "jedes Legoteil ist erlaubt", erklärte Elke Vorst. Deren Tochter Diana, Studentin der Elektrotechnik an der Hochschule, hatte die Ausstellung mit internationaler Beteiligung auf die Beine gestellt. Dabei war es nicht die Tochter, sondern ihr Ehemann, der die ganze Familie für die Steinchen begeistert hatte, erzählte Elke Vorst: "Als die Kinder klein waren, hat mein Mann damit angefangen. Er hat es aus seiner Jugend nie ganz vergessen. Heute sind alle verrückt nach Lego."

Einen Plan für die Modelle habe man nicht unbedingt, erläuterte Elke Vorst. "Manchmal hat man ein Bauteil, überlegt tagelang, wofür man es verwenden könnte, und hat dann die zündende Idee. Es gibt Leute, die brauchen einen Plan. Andere brauchen nur einen großen Haufen Steine und legen los." Und mit ihrer Leidenschaft für die dänischen ABS-Kunststoffsteine stehen die Vorsts nicht allein, wie ein Rundgang durch die Ausstellung im Foyer der Hochschule zeigte: Die Lego Modellbaufans Rheinland, der Verein "Schwabenstein 2x4", Lego-Bastler aus dem Rhein-Main-Gebiet, aus den Niederlanden und der Schweizer Verein "SwissLUG" hatten detail- und technikverliebte Landschaften geschaffen.

Ohnehin spielt nicht nur die Optik, sondern auch die Technik eine große Rolle. Die Hochschule setzt Lego-Roboter etwa für Projektarbeiten bei den Studienbereichen Elektrotechnik und Maschinenbau ein, wie Studentin Diana Vorst sagte: "Wir haben dreimal im Semester Projekte, die wir selbstständig bearbeiten müssen. Da gehört der Lego NXT oft mit dazu, weil man unglaublich viel damit konstruieren kann."

Einen spannenden Einblick in das, was mit Technik und Kreativität von Lego heute möglich ist, zeigte die "Great Ball Contraption", eine technisch ausgefeilte Maschine. Sie transportierte kleine Basket- und Fußbälle . Nicht das "Warum", sondern das "Wie" sei dabei entscheidend, erklärte Elke Vorst: "Man hat gewisse Übergabepunkte, an denen die Bälle von Modul zu Modul weitergereicht werden. Ansonsten sind der Art des Transports keinerlei Grenzen gesetzt." Wie ein fein getaktetes Uhrwerk ratterten, schoben, drückten, saugten und schossen die Module die Bälle durch ein Wirrwarr aus sich bewegenden Legobauteilen. Eine Kugelbahn, die viele Besucher faszinierte und vielleicht zum Nachahmen inspiriert haben dürfte.