Großbrand gelöscht

Dacharbeiten wohl Ursache für Brand in Sankt Augustin

Auf dem Dach der Nachbarschaftshilfe ist ein Feuer ausgebrochen.

Auf dem Dach der Nachbarschaftshilfe ist ein Feuer ausgebrochen.

Sankt Augustin. Kripo nimmt Ermittlungen am Möbellager in Buisdorf auf. Die Konstruktion war mit Asbest belastet, laut Kreis besteht jedoch keine Gefahr.

Nach dem Brand des Möbellagers der Nachbarschaftshilfe an der Ringstraße in Buisdorf am Dienstag hat die Kripo der Polizei Rhein-Sieg die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Laut Polizei spricht nach den vorläufigen Ergebnissen vieles dafür, dass das Feuer in Zusammenhang mit Dacharbeiten entstanden ist. Ob ein fahrlässiges Handeln der beauftragten Dachdecker oder ein technisches Problem zum Brandausbruch geführt habe, sei aber noch ungeklärt, so die Beamten. Die Brandstelle bleibt für weitere Ermittlungen zunächst noch beschlagnahmt.

Wie sich herausstellte, war in der Dachkonstruktion des Möbellagers der Schadstoff Asbest enthalten. Eine Fachfirma habe im Auftrag des Halleneigentümers und in Absprache mit dem Amt für Umwelt- und Naturschutz des Kreises bereits mit der Entsorgung begonnen, teilte Kreissprecherin Katja Eschmann mit. Darüber hinaus seien Teile der Dämmung in umliegende Gärten gelangt. Auch sie würden aufgenommen, auf Schadstoffe untersucht und entsorgt.

Die Ergebnisse werden laut Kreis bis Ende der Woche erwartet. Umweltamtsleiter Rainer Kötterheinrich gab für die Bevölkerung aber Entwarnung: „Durch den Regen und die direkt eingeleiteten Präventionsmaßnahmen wurden die Asbestpartikel der Dachplatten gebunden, sodass von ihnen aktuell keine Gefährdung ausgeht.“ Risiken bestünden bei Asbest primär immer dann, wenn die Fasern in die Luft freigesetzt würden. Vorsorglich sei zudem das Zelt am Möbellager abgespült worden. „Auch die Rückstände in den umliegenden Gärten sind durch die aktuelle Witterung keine Gefahrenquelle“, so Kötterheinrich weiter.

Wie berichtet, hatte der Dachstuhl des Gebäudes am Dienstagnachmittag Feuer gefangen. Rund 120 Wehrleute kämpften gegen die Flammen, erst gegen 21 Uhr war der Einsatz beendet. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung löste die Kreisleitstelle die Warn-App Nina für den Ortsteil Buisdorf aus. Die Bewohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten.

Das ganze Ausmaß des Brandes schaute sich Heinz-Peter Schumacher, Geschäftsführer der Nachbarschaftshilfe, am Mittwochmorgen an. „Man ist doch im Schockzustand“, sagte er im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Es sei zwar zum Glück nur ein Materialschaden, der sei aber größer als am Vortag angenommen. Beziffern könne er ihn jedoch nicht. „Die Verkaufsräume sind momentan nicht zu nutzen“, so Schumacher.

Dort habe es zwar nicht gebrannt, aber es seien Löschwasser und Rauch eingedrungen. „Alles, was im Verkaufsraum ist, ist verrußt und verraucht und wohl nicht mehr zu verkaufen.“ Zudem sei die Stahlkonstruktion des Lagers verbrannt, die bis in die Verkaufsräume reiche. Er geht deshalb davon aus, dass der Verkauf in absehbarer Zeit nicht weitergehen kann. Ein herber Schlag für den Verein, der den Standort in Buisdorf seit 2014 betreibt. „Wir suchen gerade nach einem Plan B“, so Schumacher. Eine Alternative könne etwa ein Zelt sein. Heinz-Peter Schumacher: „Vielleicht kann uns auch jemand eine Halle zur Verfügung stellen.“