Flugplatz Hangelar

CDU und Grüne streiten um Lärmschutz

Mehr Starts sollen mehr Geld in die Kasse der Flugplatzgesellschaft spülen. Das ist laut Grünen aber mit mehr Lärm verbunden.

SANKT AUGUSTIN. "Die Grünen schüren unnötige Befürchtungen", meint die Sankt Augustiner CDU und reagiert damit auf die von Grünen-Fraktionschef Martin Metz geäußerte Sorge um die Gesamtentwicklung des Flugplatzes Hangelar. Wie der General-Anzeiger am Mittwoch berichtete, fordern die Grünen mehr Kontrollen für die Platzrunde, nachdem der 150-Meter-Korridor aufgehoben wurde.

Metz hatte zudem behauptet, es sei mehr Lärm zu erwarten. Er kritisiert das Strategiepapier der Flugplatzgesellschaft, in dem mehr Starts und Landungen als Ziel festgelegt worden sind. "Die Grünen argumentieren bedauerlicherweise sehr einseitig", monierte CDU-Fraktionschef Georg Schell. "Der Lärmschutz ist mehrfach und sogar im Leitbild herausgehoben", so Schell.

In dem Strategiepapier sei ausgeführt, "Flugbewegungszahlen zu stabilisieren und durch gezielte Maßnahmen zur weiteren Minimierung von Geräuschemissionen eine größere Akzeptanz in der regionalen Bevölkerung zu erreichen". Das finde die volle Unterstützung der CDU-Fraktion. Die Platzrunde bleibe verbindlich. Durch den Wegfall des Korridors sei die Situation in Hangelar wieder wie an an allen anderen vergleichbaren Flugplätzen auch, sagte Schell. "Dieser Wegfall ist nicht unbedingt ein Ruhmesblatt für den Grünen-Politiker Horst Becker", meinte Schell.

Becker hatte als Staatssekretär im Landesverkehrsministerium den Korridor initiiert, den das selbe Ministerium vor kurzem wieder einkassierte und aufheben ließ. Nach einem vom Ministerium in Auftrag gegebenen Gutachten ist die Flugsicherheit in dem schmalen Korridor nicht zu gewährleisten. "Die Flugplatzgesellschaft hatte übrigens weder mit der Einführung noch der Rücknahme des Korridors etwas zu tun", so Schell.

Der Christdemokrat räumte indes ein, dass eine Verstärkung der Kontrollen wünschenswert sei. Die Kontrolle mit dem Laser-Fernglas sei an der Technik gescheitert. "Eigene Überprüfungen wären in der angedachten Form nach dem Wegfall des Korridors nun gar nicht mehr möglich", so Schell. Er bekräftigte erneut, dass die CDU weiterhin zur guten Nachbarschaft zwischen Piloten und Anwohnern stehe.

Metz schreibt in einem offenen Brief an Schell, dass das ernsthafte Bemühen um eine Sicherung des Flugplatzes bei gleichzeitiger Lärmreduzierung vonseiten der Flugplatzgesellschaft, der Flieger und der CDU nachgelassen habe. "Wir begrüßen das Leitbild des Lärmschutzes ausdrücklich. Aber ein Leitbild nützt wenig, wenn es nicht mit konkreten Maßnahmen unterlegt ist. Und das ist das Problem des Strategiepapiers", so Metz. Die Grünen stünden bereit, weiterhin sachlich und konstruktiv an der Verbesserung für mehr Lärmschutz zu arbeiten.