Johanniter-Unfall-Hilfe

Besuch mit Therapiehund Chico

Chico, der ausgebildete Therapiehund von Maria Garske (links) und Guisela Pastor Jimenez, hat immer Lust zu spielen. Der Labrodoodle-Rüde ist damit perfekt geeignet für seine Aufgabe. Hier arbeitet das Trio mit Mario.

24.10.2013 BONN/REGION. Seit April hat das Besuchs- und Therapiehunde-Team der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sigrun und Lars Mrozinski eine neue Leitung. Das Ehepaar übernahm das Team, das Anne Höper initiiert hatte und die die Leitung aus gesundheitlichen Gründen abgab.

Elf ehrenamtliche Mitarbeiter besuchen mit ihren Hunden Seniorenheime, Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen und Einzelpersonen zur Hundetherapie. An Schulen und Kindergärten bietet das Team Hundebissprävention an.

Lars und Sigrun Mrozinski, die sich seit November 2012 mit Hund Leon ehrenamtlich für die von Höper gegründete Initiative engagieren, erzählten, dass es einigen Menschen etwa durch eine Demenz oder eine Behinderung schwerfalle, zu anderen Menschen einen Kontakt aufzubauen.

Der Umgang mit Tieren falle dagegen oft leicht und löse schnell Wohlbefinden aus. "Man holt die Leute aus der eigenen Welt wieder ab. Ein Klient fing einmal zu reden an, als der Hund in sein Zimmer kam. Das ist einfach eine schöne Erfahrung, wenn der Heimbetreuer vorher sagte, dass der Klient schon lange nicht mehr gesprochen hat."

Auf die Frage, weshalb sich einige Menschen bei Hunden anders verhielten, sagte Lars Mrozinski: "Ein Hund bewertet nicht." Seine Frau Sigrun ergänzte: "Und ein Hund kann selber nicht reden. Den können Sie dann totquatschen."

Mario vergnügt sich mit Chico auch ohne große Worte. Er reicht Leckerlis, streichelt das Fell und hat dabei ein Lächeln im Gesicht. Mario lebt auf dem Eichhof im Bröltal und ist ein Klient von Maria Garske und Guisela Pastor Jimenez. Die beiden Frauen sind Teammitglieder und arbeiten hauptberuflich als Ergotherapeutinnen. Mit ihrem ausgebildeten Therapiehund Chico besuchten sie Mario in dessen Wohnung in der integrativen Lebensgemeinschaft Eichhof schon mehrere Male.

"Einmal gab uns Mario sogar ein Schokoladenherz und fügte fünf Euro von seinem Taschengeld für Leckerchen hinzu. Das hat mich sehr berührt, denn es war eine Geste - ohne Worte", erzählte Garske. Dass Chico auch nach einer Stunde seinen Spieltrieb nicht verliert, sei typisch für Therapiehunde. Alle Hunde seien auf Spieltrieb, Stressresistenz und im Umgang mit Menschen speziell trainiert und geprüft. Ein aggressives Verhalten sei auszuschließen. Sogar mit Marios Katze Teka komme Chico gut aus.

In der Zentrale der Johanniter-Unfall-Hilfe Bonn/Rhein-Sieg/ Euskirchen an der Einsteinstraße in Sankt Augustin erzählte Lars Mrozinski, dass manche Menschen auch Angst vor den Therapiehunden hätten: "In einer Schule, die wir besuchten, fingen einmal zwei Mädchen an zu schreien, als sie aus 15 Metern Entfernung den Hund sahen."

Um Kindern die Angst vor Hunden zu nehmen, engagieren sich die Mrozinskis mit einem Programm zur Hundebissprävention in Kindergärten und Schulen. Die beiden Mädchen habe man langsam und behutsam an den richtigen Umgang mit Hunden herangeführt. "Wenn wir heute die Schule besuchen, müssen wir immer eine Viertelstunde länger einplanen, weil die beiden Mädchen noch mit dem Hund spazieren gehen wollen." (Roman Palkoska)