Bundespolizei in Sankt Augustin

Angehende Piloten beenden ihre Grundausbildung

Die Absolventen der Grundausbildung bei der Feier der Bundespolizei in Hangelar.

Die Absolventen der Grundausbildung bei der Feier der Bundespolizei in Hangelar.

Sankt Augustin. 18 Absolventen haben ihre Grundausbildung zum Piloten oder Flugtechniker bei der Bundespolizei-Fliegergruppe abgeschlossen. Sankt Augustin ist deutschlandweit der einzige Standort für diese Ausbildungen.

Der 25-jährige Kim Reimann ist erleichtert. 18 Monate intensive Ausbildungszeit liegen hinter ihm, jetzt kann er endlich den Lohn dafür entgegennehmen. Reimann ist einer der 18 Absolventen der Grundausbildung zum Piloten oder Flugtechniker bei der Bundespolizei-Fliegergruppe in Sankt Augustin. Bei einer Feier bekamen sie am Donnerstag ihre Lizenzen. „Ich bin unendlich stolz“, sagt Reimann, „nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Frau, die mir die ganze Zeit den Rücken freigehalten hat.“

Die Fliegergruppe bildet sowohl Bundespolizisten als auch Landespolizisten zu Hubschrauberpiloten oder Flugtechnikern aus. Sankt Augustin ist deutschlandweit der einzige Standort für diese Ausbildungen. „Pilot zu werden, war schon immer ein Traum von mir, und ich wollte es auf keinen Fall unversucht lassen, mich bei der Fliegergruppe zu bewerben“, sagt der 25-Jährige.

Das aufwendige Auswahlverfahren für die Pilotenausbildung bestand Reimann im ersten Anlauf. Er konnte 2016 seine Pilotenausbildung beginnen. Vor allem die Anfangsphase sei sehr schwer gewesen: ackern für die Theorieprüfung und währenddessen schon Flugstunden nehmen. „Wir werfen unsere Azubis ins kalte Wasser. Wir fliegen mit ihnen irgendwohin und lassen sie dann ans Steuer“, erläutert der Leiter der Grundausbildung bei der Fliegergruppe, Patrick Haas. Die Herausforderungen würden dann immer größer und sollten den angehenden Piloten befähigen, irgendwann eigenständig zu fliegen und zu entscheiden.

Reimann kann sich noch gut an seinen ersten eigenständigen Flug erinnern. „Ich habe eigentlich erst nach dem Flug gemerkt, was ich da gerade gemacht habe.“ Im Cockpit sei er so konzentriert gewesen, dass er das Fliegen gar nicht richtig wahrgenommen habe. Insgesamt haben in Reimanns Lehrjahrgang 21 Polizisten angefangen. Drei haben jedoch vorzeitig die Ausbildung verlassen. „Wir müssen genau hinschauen, wer für den Beruf geeignet ist“, so Haas. Später fliegen die Piloten bei schlechten Wetterbedingungen oder im Dunkeln und müssen unterschiedlichste Herausforderungen bewältigen. Unter den 18 Absolventen gibt es vier Flugtechniker und 14 Piloten. Sieben Lehrlinge gehören zur Bundespolizei, elf sind Landespolizisten.

Das Lernen ist für Reimann und seine Kollegen allerdings noch nicht vorbei. Bis Juni 2018 müssen sie noch Zusatzfähigkeiten an den verschiedenen Hubschraubern erwerben. Dann wird Reimann zunächst als Copilot bei der Fliegergruppe in Sankt Augustin arbeiten. „Ihr dürft nun das tun, wovon andere träumen. Dennoch habt Ihr einen höchst verantwortungsvollen Beruf“, sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion 11, Olaf Lindner, beim Festakt zu den Absolventen. Er habe vollstes Vertrauen in ihre Fähigkeiten und freue sich, mit ihnen zu fliegen.