Haus Menden in Sankt Augustin

"A Tickle In The Heart" und Deborah Strauss spielen Klezmer-Musik

"A Tickle In The Heart" und Deborah Strauss waren mit jiddischer Musik zu Gast im Haus Menden. FOTO: PAUL KIERAS

"A Tickle In The Heart" und Deborah Strauss waren mit jiddischer Musik zu Gast im Haus Menden.

SANKT AUGUSTIN. Jiddische Musik vom Kölner Klezmer Trio "A Tickle In The Heart" zusammen mit der New Yorker Geigerin Deborah Strauss erklang am Samstagabend im Haus Menden.

Dort präsentierten die Ausnahmemusiker ihr gemeinsames Programm unter dem Titel "Fidlroyz" (Geigenrose, aus jiddisch Fidel und Rose), einer lyrischen Wortschöpfung, die von Abraham Sutzkever stammt. In dessen gleichnamigen Gedichtzyklus (veröffentlicht 1974 in Tel Aviv) erscheint die "Fidlroyz" als Bild für die Poesie, "die aller individuellen Vergänglichkeit und historischen Gnadenlosigkeiten trotzend ihre Schönheit erblühen lässt und als eine Gegenkraft zur rauen Realität wirken soll", wie es in der Erklärung zum Programm heißt.

Die drei Musiker um Stargast Deborah Strauss, die zu den Top-Künstlern in der jiddischen Welt zählt, ließen die jiddische Kultur aufleben. Dabei stand die Geige im Mittelpunkt, umrahmt von zahlreichen anderen Instrumenten wie Gitarre, Mandoline, Klarinette und Kontrabass. Das Wort Klezmer, das sich ursprünglich auf die Musiker bezog, ist eine Zusammensetzung aus dem althebräischen Wort "kley" (Instrument) und "zemer" (Lied).

Diese Übersetzung beschreibt allerdings nur den Musiker und den Einsatz seines Instruments als Liedstimme. Denn Klezmer umfasst vorwiegend instrumentale Musik. Man spricht aber auch von "Gefäß" für oder der "Musik". Laut den jüdischen Gemeinden Deutschlands sagen jüdische Mystiker: "Ein Klezmer macht keine Musik, er singt und spricht durch sein Instrument. Er erzählt Geschichten, einfache, komplizierte, lustige, traurige und alle anderen."

Die Lieder des Ensembles, bei dem Deborah Strauss mit ihrer Violine den Gesangspart übernahm, waren dafür der beste Beweis. Das Repertoire reichte von unbeschwert bis melancholisch. Selbst bei den fröhlichen Stücken schwang eine gewisse Schwermut mit, gleichzeitig aber auch Optimismus und Lebensfreude im Sinne von Abraham Sutzkevers "Fidlroyz".

Jeder Einzelne der Musiker zeichnete sich durch Virtuosität aus, höchste musikalische und kulturelle Authentizität trafen bei diesem außergewöhnlichen Konzert zusammen.