Große Tour auf zwei Rädern

5000 Kilometer auf dem Fahrradsattel

Geschafft: Nach 5000 Kilometern erreicht Toralf Arendt mit dem Rad sein Ziel Cape San Luca.

SANKT AUGUSTIN. Der Sankt Augustiner Toralf Arendt ist sieben Wochen lang allein durch Kanada, die USA und Mexiko bis zum Cape San Luca geradelt.

Ein wenig geschlaucht fühlt er sich noch, und die Luft, auf große Tour zu gehen, ist erst einmal raus. 5000 Kilometer war der Sankt Augustiner Toralf Arendt allein auf dem Rad in den USA unterwegs. Seit einigen Tagen ist er wieder zu Hause, aber immer noch fühlt er sich wie in einem wunderschönen Film. Denn so ganz hat Arendt noch nicht realisiert, was da gelaufen ist in den fast sieben Wochen, die er sich abgestrampelt hat. Aber eines weiß er schon sicher: "Diese Tour wird unvergesslich bleiben."

Er hat so ziemlich alles erlebt, was ein Radler allein auf großer Tour erleben kann: tolle Landschaften, zahlreiche Schlauchwechsel, Geldknappheit. Er hat nette Menschen kennengelernt und auch weniger nette, zu denen die Truck-Fahrer auf der Mexico 1 zählten. "Die rauschten nur Zentimeter an mit vorbei. Das waren schon gefährliche Situationen dabei", sagte Arendt.

Sogar mit einem Hurricane auf der Halbinsel Baja California musste er sich auseinandersetzen, und nach dem Abflauen der Stürme irgendwie einen Weg über aufgebrochenen Straßen finden. "Da bin ich natürlich nicht gefahren und habe lieber gewartet." Seinen Zeitplan hat das aber nicht durcheinandergebracht. Er kam pünktlich am Ziel Cape San Luca an, um das Flugzeug in La Paz für den Rückflug zu erreichen. Zu Hause in Hangelar war erst einmal schlafen angesagt. Das Rad interessiert im Moment nicht so sehr. "Es steht noch im Karton eingepackt."

Am 4. September begann er seine Reise durch Kanada, die USA und Mexiko. Startpunkt war Vancouver. Dann ging es nach Victoria, der Hauptstadt der Provinz British Columbia. Sein schönstes Erlebnis: Auf seinem Weg durch Washington State lernte er einen passionierten Radrennfahrer aus den USA kennen, der ebenfalls mit Gepäck unterwegs war. Der Mann und seine Frau luden ihn nach Westport, Oregon, ein. "Es war ein toller Abend mit langen Gesprächen", so Arendt. Am nächsten morgen ging es weiter Richtung Highway 101, der später in die California 1 mündet.

Jeden Tag saß er um die 200 Kilometer im Sattel, immer entlang der Pazifikküste nach San Francisco und San Diego, nur unterbrochen von den Nächten in Jugendherbergen. Die für ihn beeindruckendste Station: Die Oase San Ignazio auf der mexikanischen Halbinsel Baja California. "Das war ein Traum." Auch von seiner Tour wird er sicher noch einige Zeit träumen und von den neun Schlauchpannen. "Aber ich habe nie gezweifelt, nie ans Aufhören gedacht."