RoboCup Junior

250 Schüler vergleichen ihre Programmier- und Bastelkünste

SANKT AUGUSTIN. Im Autobau, in Gefahrenbereichen, in der Logistik, bei der Hausreinigung und sogar in der Altenpflege kommen Roboter bereits zum Einsatz. Technische Helfer zu programmieren und ihnen Aufgaben "beizubringen", das lernen Kinder heute schon in so mancher Grundschule, sagt Winfried Schmitz. Beim RoboCup Junior verglichen 250 Schüler ihre Programmier- und Bastelkünste.

Die Ergebnisse der Programmier- und Bastelkünste bekam der Hauptorganisator des RoboCup Junior bei den Wettkämpfen am Wochenende in der Hochschule Bonn Rhein-Sieg zu sehen.

Ob beim Durchqueren eines Labyrinths, im Fußball oder beim Tanz, "Roboter tun genau das, was man ihnen sagt. Sowohl Ergebnisse wie Fehler in der Programmierung sieht man sofort", erklärt Schmitz. 250 Kinder in 70 Teams waren zur Qualifikation für die deutsche Robotermeisterschaft angetreten. Ein gutes Viertel der Teams hatte die Chance, sich zu qualifizieren.

"Wenn Sie die Kinder fragen, ist das kein Spaß mehr, sondern längst Wettkampf", erklärte Schmitz mit einem zufriedenen Blick auf die Wettkampfarena, die Mensa der Hochschule. In unterschiedlichen Ligen traten die Teams gegeneinander an: "Das reicht vom Legoroboter im Labyrinth bis zur offenen Soccerliga. In dieser dürfen die Teams bauen, was und wie sie wollen." Die Microcontroller werden selbst programmiert, Platinen gelötet, Hardware konstruiert - echte Hightechprodukte, deren Komponenten laut Schmitz insgesamt durchaus 1500 Euro kosten können.

Unterstützung erhalten die Schüler von Fördervereinen ihrer Schulen wie auch von Unternehmen, sagt der Lehrer von der CJD Christophorusschule Königswinter und betont: "Kinder lernen dadurch die naturwissenschaftliche Denkweise und die Grundlagen der Informatik. Das ist für ein späteres Studium genauso wichtig wie für das Leben."

Vom Robotervirus zu Schulzeiten infiziert wurden auch David Schwarz und Daniel Reuter, die heute an der Universität Bonn studieren und als Schiedsrichter den RoboCup beim Soccer begleiten. Roboter versuchen, ihr Tor zu verteidigen und gleichzeitig einen im Infrarotbereich "leuchtenden" Ball ins Tor zu schießen. "Bislang hat kein Roboter unfair gespielt", resümierte Daniel Reuter: Spiele auf Zeit, Blockaden der Tore oder gezielte Rempeleien kamen nicht vor. "Dabei ist es unter Schülern lange Tradition, die Regeln bis aufs Kleinste auszunutzen. Zwar werden Regeln dann schnell geändert, aber man muss da den längeren Atem beweisen," ergänzt David Schwarz mit einem Augenzwinkern.

Ganz anderen Herausforderungen widmeten sich die Roboter, die vor der Elektrotechnikstudentin Britta Völkner und ihrer Jury antraten: "Dance" heißt die Liga, in der Roboter zur Musik tanzen, mit Menschen interagieren oder zwei Minuten lange, technisch ausgefeilte Theaterszenen aufführen: Von der Verfolgungsjagd mit Sherlock Holmes über die Suche nach dem Sinn des Lebens bis zur Romanze mit Gefängnisausbruch reichten die von Robotern gezeigten Szenen.