"Children for a better World"

Verein aus Niederkassel "Ein Herz für Pundo" erhält Auszeichnung

Niederkassel. Die Organisation „Children for a better World“ zertifiziert "Ein Herz für Pundo". Seit acht Jahren kümmern sich fünf Damen aus Mondorf um das Dorf im Osten Kenias, das seit Kurzem auch über ausreichend frisches Wasser verfügt.

Es gibt ausreichend frisches Wasser in Pundo. Was hierzulande so selbstverständlich aus der Wasserleitung läuft, war für die fünf Damen vom Verein „Ein Herz für Pundo“ ein langer Kampf. „Wir haben wirklich acht Jahre lang herumgemeiert, bis wir es endlich geschafft haben, auch in unserem Dorf frisches Wasser für alle zur Verfügung zu haben“, freut sich Gisela Schmitz als eine der fünf Pundo-Damen, dass nun auch das lang ersehnte Wasserprojekt im kenianischen Hochland umgesetzt werden konnte.

Acht Jahre lang kümmern sich die Damen um das Dorf im Osten Kenias. Als sie 2010 ihren ersten Besuch vor Ort absolvierten, gab es wenig. Die Kita war ein windschiefes Gebäude mit löchrigem Dach, die Grundschule marode, feucht und ohne verglaste Fenster oder abschließbare Türen. Viele Kinder warteten vor acht Jahren vergeblich auf Förderung und Unterstützung.

Jetzt können sich Kita und Schule sehen lassen, es gibt einmal täglich eine warme Schulspeisung, und auch die Kita-Kinder werden verpflegt. Die Lehrkräfte und die Erzieherinnen werden von dem Verein finanziert. Neu hinzu gekommen sind eine Gesundheitsstation und eine Hebamme. Im Dorf wird Solarstrom produziert, und als Krönung führt jetzt auch eine Wasserleitung nach Pundo, die aus einer Wasserstelle eines benachbarten Ortes gespeist wird und die rund 200 Familien im Dorf mit insgesamt rund 400 Kindern endlich mit ausreichend frischem Wasser versorgt.

"Hilfe zur Selbsthilfe"

Die Arbeit von Gisela Schmitz, Britta Schlömer, Sybille Schmitz, Christine Abbink und Ursula Klein wurde jetzt mit dem mit 2000 Euro dotierten Zertifikat der Kinderhilfsorganisation „Children for a better World“ für „besonders hohes Engagement und außergewöhnlichen Einsatz“ ausgezeichnet. „Letztendlich waren es jedoch die vielen Komitees für unterschiedliche Aufgaben, die Father Fred Ogambi gegründet hat, die zum Erfolg führten“, ist sich Schmitz sicher. Das sei der Weg heraus aus der Einbahnstraße gewesen, auf der die eine Seite gab und die andere Seite nahm. „Eigenverantwortlich können die Menschen in den Komitees vor Ort ihre Projekte umsetzen, wie sie es für richtig halten.“,Das sei weit entfernt von der klassischen Entwicklungshilfe.

„Uns geht es nur um Hilfe zur Selbsthilfe“, stellt Schmitz das Grundprinzip der Unterstützung in den Mittelpunkt. Das Ziel aller Bemühungen sei es, dieses Dorf in Kenia unabhängig zu machen von den Hilfen, die von außen kommen. „Ich bin sicher, dass wir irgendwann dort nur noch als Besucher hinfahren werden“, glaubt Schmitz. Derzeit müsse jedoch weiter geholfen werden, auch wenn die Damen mit der Wasserversorgung nun alle ihre Wunschprojekte hätten umsetzen können.

„Die Menschen versorgen sich dort selbst, für eigenes Einkommen reicht es noch nicht“, beschreibt sie die Situation. Jedes Jahr im Juni reist eine Abordnung nach Pundo, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Der persönliche Kontakt sei immer noch etwas anderes als der über Telefon oder Internet, meint Schmitz, die seit 2010 fast jedes Jahr auf eigene Kosten in Pundo war. Dann sehen die Damen, was umgesetzt wurde und wie die Projekte laufen. „Dort lassen wir uns gerne viele kenianische Dinge erklären, die es so bei uns nicht gibt“, berichtet Schmitz. Sie hofft, dass die Menschen auch weiterhin für Pundo spenden werden, denn noch sei man dort nicht so eigenständig, dass man auf die Unterstützung aus Deutschland verzichten könne.