Zu Besuch bei Fischen und Bienen

Tag der offenen Tür am Lehrteich Niederkassel

Lukas (l.) und Leon (r.) füttern die Fische mit Brot.

Lukas (l.) und Leon (r.) füttern die Fische mit Brot.

Niederkassel. Normalerweise achtet der Bürgerverein Niederkassel auf Ruhe am Lehrteich. Beim Tag der offenen Tür machte er am Sonntag eine Ausnahme und informierte über das Leben in und rund um das Gewässer.

Das leise Summen von 20 000 Bienen und im Hintergrund ein lautes Frosch-Konzert – in der Regel sind das alle Geräusche, die am Lehrteich des Bürgervereins Niederkassel zu hören sind. Doch am Tag der offenen Tür mischten sich am Sonntag unter die Naturgeräusche auch aufgeweckte Kinderstimmen. Der Bürgerverein informierte über das Leben in und rund um sein Gewässer.

Seit 1995 besteht das Biotop, das „Teichgraf“ Josef Piel und weitere Mitglieder des Bürgervereins betreuen und pflegen. Das rund 5000 Quadratmeter große Areal besteht je zur Hälfte aus Land und Wasser. Die meiste Zeit ist das Gelände zum Schutz der Tiere für Besucher nicht zugänglich. „Wir möchten, dass hier eine gewisse Ruhe herrscht“, sagt Piel. Doch der Verein macht Ausnahmen. Mit dem Tag der offenen Tür und seit 2004 besuchen sechs bis acht Mal im Jahr Kindergärten und Schulklassen den Lehrteich. Sie schauen sich die Pflanzen, den Teich und die Insekten an. Der Bürgerverein steht den Kindern Rede und Antwort.

Tiere im und am Wasser

„Welche Fische schwimmen im Teich?“, nennt Josef Piel die meist gestellte Frage. Die Antwort liefert er gleich mit. Neben Graskarpfen, die 70 bis 80 Zentimeter lang werden, nennen auch Spiegelkarpfen, Rotfeder, Goldfische, Karausche und Frösche das Gewässer ihr Zuhause. Der Lehrteich ist etwa einen Meter tief, nur in seiner Mitte reicht er bis zu drei Meter in die Tiefe. „Dort ziehen sich die Fische im Winter zurück, damit sie nicht erfrieren“, erzählt der „Teichgraf“.

Nicht nur im Teich, sondern auch an dessen Ufer lassen sich Tiere entdecken. Unzählige blaue Libellen fliegen von einem Rohrkolben zum nächsten. Mitten auf dem Teich schwimmt ein kleines Häuschen, in dem die Enten ihre Eier ausbrüten können. Ringsherum in den Bäumen hängen Vogelkisten, Hornissennester, „Insektenhotels“ und Kästen für Fledermäuse. Im hinteren Teil des Biotops wachsen Blumen und Obstbäume. Viele der Obstsorten, wie die Rote Sternrenette, sind sehr alte Kultursorten. Versteckt hinter vielen Sträuchern und Bäumen stehen auf einer kleinen Lichtung einige Kästen, aus denen es deutlich summt. Das Summen stammt von 20 000 Bienen. Neben der Königin passt „Bienenkönig“ und Imker Friedhelm Küster auf seine Tiere auf. Dass die Bienen etwas abseits stehen, hat seinen Grund. „Sie brauchen ihre Ruhe, sonst werden sie nervös und stechen auch mal zu“, erklärt Küster. Wenn Bienen das Bedürfnis haben zu flüchten, nehmen sie den schnellsten Weg – oben raus. Die dichten Bäume und Sträucher schützen sowohl die Bienen als auch die Besucher.

Um sich selbst vor dem Bienenstachel zu schützen, reibt sich der Imker Nelkenöl auf die Hände, den Geruch mögen die Bienen nicht. Gestochen wurde Küsters trotzdem schon. „Das muss man abkönnen“, sagt er gelassen. Den Besuchern erklärt der Imker, wie Bienenwachs geschmolzen wird und Honig entsteht, und er zeigt ihnen alte Bienenwaben und die Bienen. „Die Bienenkönigin braucht zehn Tage, um zu schlüpfen und kann bis zu 2000 Eier am Tag legen“, sagt er. Seinen erstes Bienenvolk hatte Küsters bereits mit fünf Jahren.