Bau zwischen Lülsdorf und Wesseling

Startschuss für neue Rheinbrücke in Niederkassel

Industriekulisse bei Wesseling: Hier könnte die neue Rheinbrücke andocken und dann über eine Verbindung nördlich von Niederkassel zur A59 weitergeführt werden.

Industriekulisse bei Wesseling: Hier könnte die neue Rheinbrücke andocken und dann über eine Verbindung nördlich von Niederkassel zur A59 weitergeführt werden.

Niederkassel/Köln. Die erste Sitzung des Dialogforums in Köln bedeutet den Startschuss für das Großprojekt Rheinspange. In einem ersten Schritt steht jetzt eine Verkehrsuntersuchung an.

Die Gremien, die die Planung der Rheinquerung bei Niederkassel begleiten sollen, haben ihre Arbeit aufgenommen. Das teilte der Landesbetrieb Straßen NRW mit, der bei dem Mammutprojekt neue Wege in der Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Erst diskutieren, dann planen, lautet die Devise. Die sogenannte Rheinspange soll als neues Stück Autobahn die A 555 bei Godorf mit der A 59 bei Troisdorf verbinden.

Es hat sich nun in Köln das Dialogforum konstituiert, dem insgesamt 34 Mitglieder angehören – darunter nicht nur Planer und kommunale Abgesandte, sondern auch Vertreter der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Wie berichtet, sind die Mitglieder über ein Bewerbungsverfahren bestimmt worden. Sie wollen die Planung, die mit der ersten Sitzung offiziell begonnen hat, begleiten, Ideen einbringen und Ansprechpartner für Außenstehende sein. Ein ganz großes Thema dabei: Transparenz. So sollen beispielsweise Protokolle und Präsentationen auf der Projektwebsite www.rheinspange.nrw.de veröffentlicht werden. Dass das Land diese neue Form der Öffentlichkeitsbeteiligung erprobt, ist nicht zuletzt eine Lehre aus dem Desaster um Stuttgart 21.

In der ersten Sitzung des Dialogforums war das Ingenieurbüro Brilon Bondzio Weiser zu Gast, das mit einer Verkehrsuntersuchung beauftragt ist. Seine Vertreter erläuterten die anstehenden Schritte: Über die Erstellung eines Verkehrsmodells und einer Verkehrsprognose 2030 soll später ein Vergleich der verkehrlichen Auswirkungen unterschiedlicher Varianten möglich sein. „Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg“, erklärte Projektleiter Rüdiger Däumer.

Nächstes Treffen im September

„Erst müssen noch zahlreiche weitere Gutachten erstellt werden, bevor wir über tatsächliche Trassenvarianten sprechen können.“ Diese werden im weiteren Verfahren mit der sogenannten Null-Variante verglichen, also einem Zustand ohne Rheinspange. Man habe zunächst nur den Auftrag zur Planung, nicht zum Bau, stellte der Landesbetrieb Straßen NRW klar. Das ist ein Punkt, auf den beispielsweise der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) von Anfang an Wert gelegt hat.

Einzelne Teilnehmer äußerten zudem den Wunsch, bei der Planung der Autobahn auch Schienen-, Rad- und Fußwege mitzudenken. Der Haken dabei: Der Landesbetrieb Straßen ist selbst gar nicht zuständig für den Bau einer Gleistrasse, die parallel zur Straßen verlaufen könnte. Der Landesbetrieb sagte aber zu, die mögliche Autobahnquerung in enger Absprache mit anderen Vorhabenträgern zu planen. Deshalb sitzen etwa die Verkehrsverbünde für das Thema „Schiene“ mit am Tisch.

Das nächste Treffen des Dialogforums soll im September stattfinden. Seine Arbeit aufgenommen hat auch das zweite Gremium zur Planung der Rheinspange: der politische Begleitkreis. Ihm gehören Amts- und Mandatsträger von der Kommune bis zum Bund an.