Großer Andrang in Niederkassel

So verlief das "Festival vom Wasser"

Niederkassel. Der Lehrteich des Bürgervereins und Wasserwerk öffnen ihre Pforten für Besucher. Organisiert wurde das Festival von den beiden Niederkasseler Vereinen probiblio und promusica.ndk.

Es ist nicht weniger als das Element des Lebens, das Wasser. Ein Element, das auch Niederkassel auf vielseitige Weise prägt, wie die beiden Vereine probiblio und promusica.ndk mit ihrem ersten „Festival vom Wasser“ zeigten. „Es ist ein Festival für die ganze Familie, wir wollen mit den Bürgern feiern“, erklärte Bruno Siempelkamp vom vierköpfigen Organisationsteam des Festivals: „Der Rhein und das Wasser verbinden die Menschen und die Stadtteile, und so war es unsere Idee, die Bürger für die Bedeutung des Wassers zu sensibilisieren.“

Wie kostbar natürliches Wasser als Lebensraum sein kann, zeigte etwa der Bürgerverein, der am Sonntag das Gelände seines Lehrteichs an der Matthäusstraße öffnete. Der große Teich mit Seerosen und Schilf, die Streuobstwiesen sowie die Insekten- und Bienenhotels ziehen seit Jahren nicht nur Menschen in dieses natürliche Idyll, wie Diplombiologin Catherine Fehse von der Uni Bonn mit ihrer Studentin Helena Holderberg zeigte. Kleinlibellen, unzählige Wasserasseln, Köcherfliegen- und Zuckmückenlarven, Wasserkäfer und Kleinkrebse haben die Biologinnen hier schon nachgewiesen und einige Larven zum Tag der offenen Tür unters Mikroskop gelockt. „Das ist ein gutes Zeichen für die Qualität des Teichs. Auch die chemischen Werte des Gewässers sind in Ordnung. Das findet man heute nur noch selten“, so Fehse: „Bei uns in Bonn ist der Poppelsdorfer Weiher vor der Haustür. Aber darin schwimmen Müll, Einkaufswagen, Fahrräder, ausgesetzte Goldfische und Schildkröten – all das gehört da aber nicht hin.“ Die Hege und Pflege des Lehrteichs und seiner angrenzenden Flächen sei dem Bürgerverein eine Herzensangelegenheit, erklärte Urusula Philipp, Vorsitzende des Vereins: „Unsere Teichpaten Klaus Steinbüchel und Josef Piel kümmern sich um den Teich. Daneben haben wir nun eine neue Blühwiese angelegt. Kindergärten und Schulen kommen gern hierher, um sich über die Natur zu informieren.“

Spannende Einblicke im Wasserwerk

Die Neugierde der Niederkasseler sorgte auch an einem anderen Ort des Wasser für regen Andrang: Uwe Nolting, technischer Leiter des Wasserwerkes, hatte zu exklusiven Führungen zur Trinkwasserversorgung der Stadt eingeladen und viel Spannendes über die im Verborgenen arbeitende Technik zu berichten. Mit drei Brunnen und aus bis zu 29 Metern Tiefe kann das Wasserwerk bis zu 600 Kubikmeter Wasser je Stunde schöpfen. Das Wasser wird aufbereitet, kontinuierlich kontrolliert und anschließend in zwei Speicherbehälter mit jeweils 1500 Kubikmetern Fassungsvermögen gepumpt. Sind die Speicher voll, können mit insgesamt sechs Pumpen bis zu 1000 Kubikmeter Wasser pro Minute abgegeben werden.

Kontrolliert und gesteuert wird die Technik in der Prozessleitwarte, zeigte Uwe Nolting den Besuchern. „Hier behalten wir auch den Verbrauch ständig im Blick. Steigt zum Beispiel mitten in der Nacht der Verbrauch massiv an, haben wir irgendwo einen Wasserrohrbruch.“ Dann sei besonnenes Handeln wichtig, um Trinkwasser zu sparen, aber auch um Folgeschäden vor Ort und womöglich auch am anderen Ende der Stadt zu verhindern, so Nolting: „Wenn in Mondorf ein großes Rohr bricht und wir dort mit einem Schlag abschiebern, sorgt das für eine Druckwelle im System, die dann in Niederkassel oder Rheidt andere Rohre platzen lassen kann.“ Nicht nur die notwendigen Reparaturen wären dann ein Ärgernis, sondern auch das verlorene Wasser. „Wir haben das große Glück, dass wir bislang eine wirklich hervorragende Wasserqualität haben. Und es liegt nicht nur an uns, sondern an allen Bürgern, dass sie pfleglich mit der Umwelt umgehen, damit das auch so bleibt“, so Nolting.