Untersuchung des Grundwassers

Niederkasseler Brunnenwasser hat gute Werte

Harald Gülzow (rechts) nimmt die Probe eines Brunnennutzers am Labormobil entgegen.

Harald Gülzow (rechts) nimmt die Probe eines Brunnennutzers am Labormobil entgegen.

Niederkassel. Ein Labormobil untersuchte am Montag auf Wunsch das Brunnenwasser der Bürger Niederkassels. In den rund 40 Proben ergaben Schnelltest keine erhöhten Nitratwerte.

Warteschlangen bildeten sich vor dem gelben Labormobil auf dem Niederkasseler Rathausplatz am Montagnachmittag. Es waren überwiegend Männer aus den Stadtteilen Ranzel, Lülsdorf und Rheidt, die sich vor dem VSR-Labormobil einfanden. Eines hatten sie alle gemeinsam: Plastikflaschen mit Wasser aus ihren Gartenbrunnen. Diese nahmen dann entweder Harald Gülzow, Mitarbeiter des VSR-Gewässerschutzes, oder aber der Bundesfreiwilligendienstler Milan Toups entgegen. Beide beantworteten Fragen rund ums Grundwasser und die Nutzung von Brunnen.

Für die Mehrheit der Anwesenden war es die erste Kontrolle ihres Brunnenwassers, das in der Regel aus einer Tiefe zwischen 7,50 und 21 Metern kam. Meistens dient das so geförderte Wasser zur Gartenbewässerung. „Dann ist eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt ausreichend“, erläuterte Gülzow. Diese wurde gegen eine Gebühr von 19 Euro von Toups bereits vor Ort durchgeführt. Das Ergebnis bekamen die Brunnennutzer schon gegen Ende der Aktion um 17 Uhr mitgeteilt.

Gegen weitere Kostenbeteiligungen wurden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Hier ist allerdings etwas Geduld gefragt, denn diese aufwendigen Analysen werden erst zwei Wochen später per Post zugesandt.

Weitere Untersuchungen bei Gemüsebewässerung sinnvoll

Gülzow empfahl umfassendere Untersuchungen immer dann, wenn das Wasser auch zur Teichbefüllung oder aber zur Befüllung von Planschbecken für Kinder und Enkel genutzt wird. Vor allem eine bakteriologische Untersuchung im Labor sei dann sinnvoll, so der Projektleiter. Das gelte auch dann, wenn zum Beispiel Salat und Gemüse mit dem Brunnenwasser gewässert werden sollen. „Den Nitratwert messen wir bei allen Untersuchungen“, sagte Gülzow auf Nachfrage.

Bereits vor drei Jahren hatte das Labormobil Station in Niederkassel gemacht, damals seien einige der Brunnen stärker mit Nitrat belastet gewesen. Am Montag brachten 40 Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung. Die Schnelltests ergaben alle positive Werte. Auch die Nitratbelastung der Proben sei immer im zulässigen Rahmen gewesen, so Gülzow.

Einige der Besucher machten indes auch ihrem Ärger darüber Luft, dass die Brunnen zwar gut seien, auf der anderen Seite jedoch Gülle und Medikamente ins Grundwasser gelangten und dieses verschmutzten. Auch der sogenannte „Kanal-Tüv“, den Hauseigentümer auf ihrem Grundstück und in Wasserschutzgebieten bis zum Jahr 2020 durchführen müssen, wurde von manchem Brunnenbesitzer eher kritisch gesehen, angesichts wesentlich schwerwiegenderer Probleme durch größere Verschmutzer.