Benefizshow mit "Schäl Sick Orchestra"

Niederkasseler Adventsabend sprengt alle Rekorde

Auftritt für den guten Zweck: Frank Vossloh, Michael Krampe, Annika Reuter und Sarah Radewahn (v.l.n.r.) sangen „Zeit für dich“.

Auftritt für den guten Zweck: Frank Vossloh, Michael Krampe, Annika Reuter und Sarah Radewahn (v.l.n.r.) sangen „Zeit für dich“.

Niederkassel. Der neunte Niederkassler Adventsabend begeistert mit einem vierstündigen Bühnenprogramm das Publikum im Festzelt an der Spicher Straße. Die 500 Eintrittskarten waren binnen Stunden vergriffen.

„Frohe Weihnachten“ wünschten musikalisch die Mitglieder des „Schäl Sick Orchestra“ den Besuchern im weihnachtlich geschmückten Zelt vor der Niederkasseler Auferstehungskirche. Frenetischer Beifall brandete den ganzen Abend auf, und das bei einem knapp vierstündigen Programm. Besinnlich, heiter, humorvoll und kritisch, aber ohne erhobenen Zeigefinger, griffen die Akteure Themen aus dem Alltag auf. So Cornelia Vossloh, die sich Gedanken gemacht hatte zum Thema Ausländer raus. Sie führte vor Augen, was passieren würde, wenn alles, was aus dem Ausland kommt wie Autos, Süßigkeiten, Unterhaltungselektronik, Öl und Benzin, auswandern würde. Selbst das Lied „Stille Nacht Heilige Nacht“ kommt aus Österreich.

Zwischen den Vorträgen glänzten die Akteure des „Schäl Sick Orchestra“ sowie Sarah Radewahn, Annika Reuter und Matt Baird unterhielten mit besinnlichen und auch mal rockigen Stücken von Lieder auf Kölsch bis Country. Die Heiligen Drei Könige in Gestalt von Markus van Krüchten, Claus Schumacher und Udo Krämer zeigten sich mit Google Earth sehr modern auf ihrem Weg nach Bethlehem. Christof Lukas sah die Weihnachtsgeschichte mal aus Köln-Düsseldorfer Sicht und fand, lieber in Köln einen Stall als in Düsseldorf ein Schloss. Auch Bürgermeister Stephan Vehreschild stand auf der Bühne und blickte kritisch auf die biblische Geschichte unter den derzeitigen Datenschutzbestimmungen. Das Thema „Zeit füreinander haben“, zog sich als roter Faden durch viele Beiträge.

Beim Wettstreit der Lieder zwischen Nikolaus und Karnevalsprinz, bei denen das Publikum schunkelte und lautstark mitsang, gab es keinen Sieger. Das fulminante Unterhaltungsprogramm endete kurz vor Mitternacht mit dem Auftritt von Pfarrer Jens Römmer-Collmann und seinem katholischen Amtskollegen Johannes Fuchs. Sie träumten zum Thema gelebte Ökumene und nahmen sich gegenseitig mit religiösen Themen auf den Arm. Mit dem „Engelcher Leed“ verabschiedete sich dann das Bühnenensemble von einem begeisterten Publikum, das sich Zugabe um Zugabe „erklatschte“.

Michael Krampe, Frank Vossloh, Thomas Beck, Daniel Wendig und Jochen Litz hatten 2010 die Idee, einen unterhaltsamen Adventsabend ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften zu organisieren. Aus diesem kleinen Event ist im Laufe von neun Jahren eine große Show entstanden. Der Erlös kommt in diesem Jahr den „Luftschlosspiraten“ zugute, einer Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern mit AD(H)S und/oder Autismus.