Jugendhilfeausschuss verabschiedet Bedarfsplan

Nachfrage nach Kita-Plätzen in Niederkassel steigt

Direkt am Neubaugebiet am Niederkasseler Gladiolenweg wird die viergruppige Kita an der Sanddornstraße, die noch in diesem Jahr eröffnen wird, derzeit gebaut.

Direkt am Neubaugebiet am Niederkasseler Gladiolenweg wird die viergruppige Kita an der Sanddornstraße, die noch in diesem Jahr eröffnen wird, derzeit gebaut.

Niederkassel. Der Jugendhilfeausschuss beschließt den Bedarfsplan zur Kindertagesbetreuung. 99 Prozent der Ü3-Kinder und 54 Prozent der Kinder unter drei Jahren finden in den 25 Kitas und den 18 Tagespflegestellen einen Betreuungsplatz.

Das Angebot reicht gerade so aus, um den Bedarf an Kindertagesplätzen in der Stadt Niederkassel zu decken. „Wir können jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten, auch wenn der nicht immer in der Wunsch-Kita ist“, formulierte es Beigeordneter Sebastian Sandes im Jugendhilfeausschuss. Dort wurde der Bedarfsplan zur Kindertagesbetreuung einstimmig verabschiedet.

Einig war man sich, dass der Kita-Ausbau weitergehen muss. Besonders in Rheidt und im Norden der Stadt gibt es großen Bedarf. „Wir sind bereits auf der Suche nach weiteren Grundstücken“, so Sanders. Dennoch steht Niederkassel im kreisweiten Vergleich relativ gut da. 99 Prozent der Ü3-Kinder und 54 Prozent der Kinder unter drei Jahren finden in den aktuell 25 Kitas oder bei den 18 Tagespflegestellen einen Betreuungsplatz.

Aber auch in Niederkassel sei das alles nur möglich, weil fast alle Einrichtungen im Rahmen des gesetzlich Erlaubten überbelegt seien. Noch in diesem Jahr werden die beiden Übergangsgruppen aus der Kita Eifelstraße in den Neubau an der Sanddornstraße umziehen. Zusätzlich zu diesen beiden Gruppen wird es an der Sanddornstraße eine Gruppe für Kinder zwischen null und zwei Jahren sowie eine für Kinder von zwei bis sechs Jahren geben. Das bedeutet, dass mit der Einrichtung 34 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Träger dieser neuen Kita ist die Elterninitiative Villa Kunterbunt. Zudem werden in der Kindertagespflege zehn neue Betreuungsplätze entstehen. Die Kita an der Talstraße wird ausgebaut und somit 20 zusätzlichen Kindern im kommenden Jahr Platz bieten.

Aufstockung der Plätze geplant

Im Jahr 2019 soll dann die Kita an der Südstraße neben den Sportplätzen fertiggestellt sein, mit vier Gruppen und 60 Betreuungsplätzen. Auch in der Kindertagespflege wird es nochmal zehn zusätzliche Plätze geben. Für 2020 soll dann eine Einrichtung an der Litauerstraße entstehen, die ebenfalls mit vier Gruppen für 60 Kinder Betreuung bieten wird.

Zudem will die Stadt die Kindertagespflege erneut um zehn Plätze aufstocken. Schon in den vergangenen fünf Jahren herrschte rege Bautätigkeit in der Stadt, wenn es um den Bau neuer Kitas ging. So sind seit 2012 drei Gruppen mit 57 Plätzen in der Kita Langgasse entstanden, an der Markusstraße wurde eine neue Kita mit fünf Gruppen gebaut, ebenso an der Weidenstraße. Die Villa Kunterbunt zog in eine neues Gebäude an der Bahnhofstraße und hat dort Plätze für 68 Kinder. Hinzu kamen die Kitas an der Käthe-Kollwitz-Straße und an der Wittelsbacher Straße, die ebenfalls neu gebaut wurden mit vier beziehungsweise fünf Gruppen.

Damit hat die Stadt in den vergangenen fünf Jahren 459 neue Kita-Plätze geschaffen. 33 Plätze kamen in der Kindertagespflege hinzu, sodass diese Betreuungsform durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater von 31 auf aktuell 64 Plätze gestiegen ist. Zu den Neubauten wurden auch die Kitas an der Schillerstraße und die Kita Schengfeld modernisiert.

Als Ursache für den stetig steigenden Bedarf nach Betreuung nannte Jugendamtsleiter Marc Serafin im Jugendhilfeausschuss zum einen die vielen Eltern, die ihre Kinder schon mit einem Jahr oder sogar noch früher in der Kita anmelden. Dadurch verkleinerten sich die Gruppen. Gleichzeitig gebe es nach dem Kinderbildungsgesetz für die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Darauf müsse die Stadt reagieren. Der Bedarfsplan werde immer aus einem Mix an statistischen Daten, Erfahrungen und Spekulationen erstellt. „Wir planen daher nur noch für zwei Jahre, denn danach wird die Datenlage zu ungenau“, erläuterte Serafin. „Wir fahren mit maximaler Überbelegung“, deshalb sei es umso wichtiger, dass auch in den kommenden Jahren kontinuierlich weitere Plätze zur Verfügung gestellt würden.