Personalwechsel

Marc Serafin wird neuer Fachbereichsleiter in Sankt Augustin

Der neue Mann in Sankt Augustin: Marc Serafin sieht sich als sozialer Dienstleister im Auftrag der Bürger.

Der neue Mann in Sankt Augustin: Marc Serafin sieht sich als sozialer Dienstleister im Auftrag der Bürger.

Sankt Augustin/Niederkassel. Der 59-Jährige kommt aus Niederkassel und übernimmt das Amt für Kinder, Jugend und Schule. Der gelernte Sozialpädagoge will mit Blick auf die Digitalisierung moderne Angebote schaffen.

Der neue Mann an der Spitze des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule in Sankt Augustin heißt Marc Serafin. Er wird seinen Dienst als Nachfolger von Sandra Clauß am 2. Januar 2019 antreten. Bis dahin arbeitet er nur wenige Kilometer entfernt in Niederkassel, wo er seit fünf Jahren den Fachbereich Jugend leitet.

Serafin hat in Niederkassel seine Spuren hinterlassen. Er baute das Netzwerk „Frühe Hilfen“ auf, kann auf eine sehr gute Versorgungsquote der Kindertagesbetreuung zurückblicken, es liegt eine umfassende Jugendhilfeplanung für 2015 bis 2020 vor, und auch die offene Jugendarbeit in den beiden Jugendtreffs biete ein qualifiziertes und ansprechendes Angebot, glaubt er. Serafin verlässt seine Wirkungsstätte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Vermissen werde ich den Blick auf den Rhein, die weltbesten Rosinenschnecken und natürlich das große Potenzial der sehr sozial engagierten Bürger in Niederkassel.“

Dennoch bleiben auch in der Rhein-Stadt noch Wünsche offen. Für die Kinder und Jugendlichen wünscht er sich einen Abenteuerspielplatz, einen Badesee und die Einrichtung einer Wald-Kita auf dem Rheidter-Werth. Den Mitarbeitern der Stadtverwaltung würde er ein Jobticket für alle und mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten wünschen.

Viel Lob für neue Wirkungsstätte

In Sankt Augustin stößt der neue Mann in die Umstrukturierungsphase der Jugendarbeit und findet viel Lob für seine neue Wirkungsstätte. „Die Stadt ist größer und urbaner als Niederkassel, und sie möchte sich modern aufstellen.“ Das gefällt dem Wahlkölner, der seit 20 Jahren in Ehrenfeld lebt. „Dass sich Sankt Augustin bei der Umstrukturierung hin zu einem zeitgemäßen Angebot für Kinder und Jugendliche wissenschaftlich von der Hochschule Köln begleiten lässt, begrüße ich sehr“, so Serafin. Für ihn ist lebenslanges Lernen ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Der Diplom-Sozialarbeiter hat im späteren Verlauf seiner beruflichen Karriere eine Weiterbildung im Fach Sozialmanagement absolviert.

Vor fünf Jahren begann der heute 59-Jährige mit seiner Promotion zum Thema: „Delinquenz-Verläufe im Jugendalter“. Dazu hat der zweifache Vater junge Erwachsene, die kriminell wurden, interviewt und sich deren Lebensgeschichte erzählen lassen. Neben den sehr unterschiedlichen Lebensläufen habe sich eine Erfahrung bei allen wiederholt: „Das war die Erfahrung, dass sie schnell ausgesondert wurden, wenn sie sich auffällig verhielten“, berichtet Serafin über das Ergebnis seiner Doktorarbeit. Etikettierung und Ausschluss hätten das Fehlverhalten noch verstärkt.

Auch auffällige Kinder und Jugendliche integrieren

„Wenn wir das nicht wollen, müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, dass auch auffällige Kinder und Jugendliche integriert bleiben in Familie, Schule und dem Freundeskreis“, plädiert Serafin. Dass er in Sankt Augustin neben der Jugendarbeit auch für die Schulen zuständig ist, freut ihn besonders. „Wenn es um Inklusion geht, dann sind Schule und Jugendhilfe gute Kooperationspartner“, stellt er fest. Dabei sei er auch pragmatisch und finde, dass man einfach mal anpacken und loslegen solle.

Aktuell sei die Digitalisierung ein großes Thema. „Es gibt enormen Nachholbedarf in der Kommunikation mit den Jugendlichen über soziale Netzwerke und Messenger.“ Auch Mitarbeiter und Jugendeinrichtungen müssten mit modernen Kommunikationsmitteln ausgestattet sein. „Da sind die jungen Leute Experten ihrer selbst“, sagt Serafin. In der Schule müsse man sie darauf vorbereiten, sich zurechtzufinden. „Ich denke es mangelt nicht am Geld, sondern am Geschick, die Mittel die für die digitale Ausstattung zur Verfügung stehen, auch abzurufen“, glaubt Serafin.

Privat fährt der gebürtige Gütersloher heute von Ehrenfeld einen Teil seines Arbeitsweges mit dem Fahrrad. Außerdem macht er Yoga und tanzt sehr gerne – und zwar Tango und „Lindy Hop“, ein Tanzstil aus den dreißiger Jahren zu Swing und Jazz-Musik.