Niederkassel und Troisdorf

Kooperation für gemeinsame Gewerbefläche geplant

Gewerbegebiet im thüringischen Arnstadt: Deutschland ist weiter eine Top-Adresse ausländische Investoren.

Symbolbild.

Niederkassel. Niederkassel will eine erste gemeinsame Gewerbefläche mit Troisdorf entwickeln. Die Fläche liegt östlich von Ranzel und soll in den Regionalplan des Landes einfließen. Troisdorf muss dem allerdings noch zustimmen.

Den Weg frei für eine Premiere machte der Niederkasseler Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Einstimmig beschlossen die Mitglieder, einem gemeinsamen möglichen Gewerbegebiet mit der Nachbarstadt Troisdorf zuzustimmen. Dieses liegt östlich von Ranzel und würde mit 24,2 Hektar, wovon 8,6 Hektar für die Industrie reserviert sind, in den Regionalplan des Landes einfließen.

Rat muss kommunaler Zusammenarbeit zustimmen

Neuausweisungen von Gewerbe- und Industrieflächen außerhalb des allgemeinen Siedlungsbereiches können ausschließlich als interkommunale Kooperation im neuen Regionalplan aufgenommen werden, der bis Ende 2030 gültig wäre, erläuterte der Erste Beigeordnete Helmut Esch. Diese Fläche in Ranzel wäre dann eine mögliche gemeinsame Gewerbefläche. Der Troisdorfer Rat muss dem allerdings noch zustimmen. Skeptisch zeigten sich Ausschussmitglieder, ob die Kooperation mit der Nachbarstadt gelingen kann. „Der Teufel liegt ja da bekanntlich im Detail“, formulierte es CDU-Fraktionschef Marcus Kitz.

Alle übrigen sogenannten allgemeinen Siedlungsbereiche, die im Gebietsentwicklungsplan des Landes vorgesehen sind, können sowohl für den Wohnungsbau als auch für Gewerbeansiedlungen entwickelt werden.

Wo und in welchem Umfang es ASB-Bereiche geben soll, dass legt derzeit die Bezirksregierung im neuen Gebietsentwicklungsplan fest. „Dieser Rahmen ist Grundlage für unsere Flächennutzungs- und Bebauungspläne“, erläuterte Esch. Die Gespräche verliefen positiv für die Stadt. „Wir haben die komfortable Lage, dass im Jahr 2004 Flächen ausgewiesen wurden, die wir jetzt noch im Vorrat haben.“ Diese Flächen seien komplett für die Stadt reserviert. „Wir haben das, was wir wollen“, fasste Esch zusammen, und das seien rund 79 Hektar an Flächen.

Bezirksregierung gibt Rechenwert vor

Nach dem Dichtewert, den die Bezirksregierung für die Region rund um Köln und Bonn vorgibt, könnten dort rein rechnerisch 3160 Wohneinheiten entstehen. Das entspreche einem Wert von 40 Wohneinheiten pro Hektar. Dass es sich dabei eher um einen Rechenwert handelt, zeigt die Realität in der Rheinstadt. Derzeit entstehen dort im Durchschnitt 22 bis 23 Wohneinheiten pro Hektar, das wären dann, sofern es bei dieser Bebauungsdichte bliebe, rund 1800 Wohneinheiten auf den im Gebietsentwicklungsplan ausgewiesenen Flächen.

Ohnehin hat sich Niederkassel eine Obergrenze bei der Einwohnerzahl auferlegt, die bei 44.000 Menschen liegt. Das wäre eine Zahl, die auch die Infrastruktur wie das Kanalsystem oder die Kläranlage meistern könnte. Derzeit leben in Niederkassel knapp über 40.000 Einwohner. Der Gebietsentwicklungsplan soll nach drei bis vier Jahren fertiggestellt sein und dann rund 15 Jahre gelten.