Zoch in Niederkassel

Kamellesegen für die Jecken am Straßenrand

NIEDERKASSEL. "Klein aber fein", damit traf Scheich Thomas Bangert den Nerv der "Kaßeler Jecken", die seit drei Jahren im Zoch mit dabei sind und den Karnevalisten am Straßenrand mit fünf Europaletten voll Kamelle und 1200 Strüßjer einen reichen Segen aus der Luft verpassen. Ansonsten jedoch sitzen sie auf ihren Ölfässern und wissen natürlich nicht wohin mit dem ganzen Reichtum.

Politisch wird es beim Wagen des Bürgervereins, denn der hat sich das geplante Einkaufszentrum im Niederkasseler Ortskern zum Thema gemacht. Als Bob der Baumeister verkleidet versprechen die Jecken "Yo wir schaffen das".

"Investor fanden wir keinen, drum basteln wir uns einen", spielen sie auf die lange Planungsphase an, in der man sich nach den Wünschen des Investors gerichtet habe und nicht umgekehrt, erläutern der Vorsitzende des Bürgervereins Thomas Schreitz und sein Stellvertreter Wim Timmerman. Die Abrissbirne baumelt schon in der Luft und erwartungsvolle Investoren umkreisen den kleinen Wagen des Bürgervereins, der in diesem Jahr - nach einer karnevalistischen Pause - seinen zweiten Auftritt im Zoch hat.

[kein Linktext vorhanden]Letztendlich bleibt die kölsche Weisheit die ebenfalls am Wagen prangt: "Et kütt wie et kütt." Verkleidet als Schneefrauen, improvisiert die Interessengemeinschaft Kaßeler Karneval den Winter nach Niederkassel. Für den Junggesellenverein gibt es einen anderen Grund, trotz Hawaihemd und Baströckchen in der Stadt zu bleiben, denn "es gibt kein Bier auf Hawai".  Sie alle patrouillieren am großen Wagen der KG Grün-Weiß Niederkassel vorbei, die in bester Stimmung ihrer abgebrannten Hofburg "nachtrauert"  bevor es weiter geht auf die Runde durch den Ortskern.