TSV Germania Dattenfeld forderte Provision

Landgericht weist Klage gegen Würstchenbude ab

Symbolfoto

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Bonn/Windeck. Nach fünf Jahren Bewirtung forderten die Fußballer des TSV Germania Dattenfeld nachträglich über 6700 Euro von einem Imbissbetreiber. Der Verein bleibt nun auf den Gerichtskosten sitzen.

Am Anfang wurde die Würstchenbude von den Dattenfelder Fußballfans sehr begrüßt. Denn bei ihren Spielen gab es keinerlei kulinarische Angebote: keine Würstchen, keine Pommes, auch keine Getränke. Schließlich organisierten die Vereinsmitglieder und die Eheleute Manuela und Ulrich H. aus Windeck, deren Sohn damals bei den Bambinis des TSV Germania Dattenfeld die ersten Kickversuche machte, einen „Crêpewagen“, um die Kleinen zu versorgen. Das Angebot zog Kreise: So forderten bald schon die Senioren-Spieler ebenfalls eine Bewirtung am Spielfeldrand. Im Jahr 2008 kam es schließlich zum Bewirtungsvertrag zwischen den nebenamtlichen Imbissbetreibern und dem Fußballverein. Darin wurde den Eheleuten „die gastronomische Bewirtschaftung der sportlichen Veranstaltung“ übertragen; als Gegenleistung sollten sie dem Verein eine Provision zahlen.

Was eine schöne Erfolgsgeschichte war, wurde jetzt zu einem Fall für das Bonner Landgericht: Denn die TSV Germania fordert in einer Klage noch eine Nachzahlung über 6759,36 Euro von den Imbissbetreibern zurück, die nach roten Zahlen und Disputen dem Verein 2015 gekündigt hatten.

Jahrelang erfolgreiches gastronomisches Arrangement

Dabei lief das gastronomische Arrangement zunächst sehr gut, aber der Stern der damals erfolgreichen Dattenfelder Kicker sank zunehmend: 2009 waren sie zwar in die NRW-Liga aufgestiegen, traten aber nicht an. Daraufhin wurden ihnen die besten Spieler weggekauft, die Zuschauer blieben aus. Und die Würstchenbude rutschte in die roten Zahlen.

Zur Rettung des Imbisses wurde im Jahr 2010 in einem mündlichen Gespräch mit dem Vereinsvorsitzenden die Provisionsabgabe an den TSV gesenkt: Entsprechend rechneten Manuela und Ulrich H. ab. Aber selbst diese „Rabattierung“ half nicht mehr: Im Jahr 2011 machten sie 41 000 Euro Umsatz, zwei Jahre später nur noch knapp 14 000 Euro. Eine erneute Krisensitzung endete im Bruch: Denn der Verein war nicht bereit, gänzlich auf Provisionen zu verzichten. Das war das Ende der Würstchenbude.

Aber für den Dattenfelder Vereinsvorsitzenden offenbar noch nicht ganz: In der Klage bestritt er, es habe eine mündliche Absprache über einen gesenkten Provisionsschlüssel gegeben – und forderte Nachzahlungen. Damit scheiterte er nun. Denn die Richterin der 20. Zivilkammer hat die Klage – bis auf 300 Euro – grundsätzlich abgewiesen. Sie glaubte den Eheleuten, die aus Liebe zum Verein in ihrer Freizeit die Fußballer und Fans versorgt hatten. „Das war ja nicht nur ein Würstchenverkauf. Für die beiden steckte auch Herzblut darin.“ Für den TSV Germania ein Eigentor: Denn der hat nicht nur verloren, sondern muss jetzt auch noch sämtliche Prozesskosten zahlen.