Sankt-Franziskus-Krankenhaus

Land genehmigt Finanzhilfe für Eitorfer Hospital

Oberarzt Bruno Reifenrath und Krankenschwester Kyung-Shin Park sorgen sich nicht nur um das Wohl ihrer Patienten, sondern auch um die Zukunft ihres Krankenhauses.

RHEIN-SIEG-KREIS. Die Sorgen um ihren Job dürften bei den rund 200 Mitarbeitern des Eitorfer Sankt-Franziskus-Krankenhauses nicht mehr ganz so groß sein. Das von der Schließung bedrohte und defizitäre Eitorfer Hospital hat jetzt Planungssicherheit.

Die Bezirksregierung in Köln gewährte am Freitag den vom Träger - Deutsche Klinik Union aus Bergisch Gladbach (DKU) - gewünschten Sicherstellungszuschlag für das Hospital an der Oberen Sieg. Das teilte die Bezirksregierung am Freitag mit. Der Zuschlag wird für die chirurgische und die innere Abteilung gelten. "Nicht aber für die Fachabteilungen Gynäkologie/Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren und Augen", sagte Oliver Moritz, Pressesprecher der Bezirksregierung.

Der Antrag der DKU sowie die Gewährung des Zuschlages ist bisher in NRW einmalig. Die positive Entscheidung bedeutet für das Hospital und die Beschäftigten nun Planungssicherheit, weil damit klar ist, dass auch die Bezirksregierung und mithin das Land Nordrhein-Westfalen das Krankenhaus in Eitorf für die Bürger an der Oberen Sieg für unerlässlich halten. Das sieht auch der Rhein-Sieg-Kreis so. In der Vergangenheit hatten sich zudem Ärzte und zahlreiche Bürger sowie Stadtverwaltung und Politik über Monate für den Erhalt des Hospitals eingesetzt.

Gleichwohl geht mit der grundsätzlichen Gewährung des Zuschlages nicht einher, wie hoch er sein wird. "Darüber müssen wir uns mit den Kostenträgern erst noch einigen", sagte Klinik-Geschäftsführer Dietmar Stephan. Um den Bestand des Krankenhauses zu sichern, seien etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr erforderlich.

Der Geschäftsführer weist zudem darauf hin, dass die Kassen gegen die Gewährung des Sicherstellungszuschlages innerhalb der kommenden vier Wochen Einspruch erheben können. Sollte man sich nicht über den Zuschlag und die jährliche Summe einigen können, könne das Haus nun aber nicht mehr so einfach geschlossen werden. "Es muss, wie auch immer, offen gehalten werden", so Stephan. Diese Sicherheit sei der entscheidende Schritt für die Zukunft des Hauses. Öffentlich wurde die finanzielle Schieflage des Krankenhauses zu Beginn des Jahres, als die Geburtsstation wegen der hohen Kosten geschlossen werden musste.

"Uns war die Bedeutung unserer Entscheidung für das Krankenhaus und damit für die Bürgerinnen und Bürger sehr bewusst", sagte Manfred Richter, zuständiger Abteilungsleiter der Bezirksregierung. Sie sei in enger Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium getroffen worden. Der Sicherstellungszuschlag ermögliche es nun, für die ärztlichen Leistungen bei den Krankenkassen ein höheres Entgelt zu erzielen. Die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Eitorf und Umgebung solle so sichergestellt werden.