Sozialpsychiatrisches Zentrum Eitorf/Siebengebirge

Immer mehr Menschen brauchen Hilfe

Blicken auf 20 Jahre ambulante Betreuung und Beratung im Sozialpsychiatrischen Zentrum zurück (von links) Werner Dobersalske, Michaele Balanski, Yvonne Hebbecker-Lüneberg, Peter Göddertz, Annette Küpper und Heinz-Willi Schäfer.

EITORF. Das Sozialpsychiatrische Zentrum Eitorf/Siebengebirge betreut seit 20 Jahren psychisch Erkrankte. Bei der Feier ließ ein 45-minütiger Film die Geschichte der vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren.

"Das war damals noch alles viel kleiner, und Computer gab es hier auch noch nicht", sagte Heinz-Willi Schäfer, Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Schäfer war Ehrengast einer ganz besonderen Geburtstagsfeier.

Das Sozialpsychiatrische Zentrum Eitorf/Siebengebirge unter Trägerschaft der Awo feierte im Eitorfer Bürgerzentrum 20-jähriges Bestehen, die dazugehörige Tagesstätte blickt auch schon auf 15 Jahre Arbeit zurück.

Bei der Feier, an der auch der zum Ende des Jahres ausscheidende Awo-Kreisverbands-Geschäftsführer Werner Dobersalske sowie Eitorfs Bürgermeister Rüdiger Storch, Vize-Landrätin Michaela Balanski und Peter Göddertz vom Landschaftsverband Rheinland teilnahmen, ließ ein 45-minütiger Film die Geschichte der vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren, außerdem gab es eine Diskussionsrunde zum Thema "Gemeindepsychiatrie: gestern - heute - morgen".

Das "Duo Knakl" spielte Klezmermusik. Am Nachmittag gab es ein buntes Programm mit Tanz- und Zirkusdarbietungen.

Dass die Arbeit des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) wichtig ist, belegen die Zahlen. Waren es 2006 noch 387 Klienten, die das Zentrum in Anspruch nahmen, waren es im vergangenen Jahr laut Yvonne Hebbecker-Lüneberg, Leiterin des Teams des ambulanten Dienstes mit elf Mitarbeitern, bereits 550 Klienten, die auf die Hilfe des Zentrums bauten.

"Der Bedarf an Versorgung steigt stetig an", sagte Hebbecker-Lüneberg, die mit Annette Küpper zum Leitungsteam gehört. Küpper kümmert sich mit ihrem Team um die Tagesstätte, die 1997 ihre Pforten öffnete, und um die ambulante Betreuung der Klienten.

Der Einzugsbereich des SPZ ist mit den Gemeinden Eitorf, Windeck, Ruppichteroth, Much, Neunkirchen-Seelscheid sowie Bad Honnef und Königswinter recht groß. Deshalb gibt es auch in Eitorf am Spinnerweg sowie in Niederdollendorf an der Hauptstraße Kontaktstellen. Das Angebot des SPZ ist ebenfalls umfangreich.

Die Mitarbeiter bieten Betroffenen und Angehörigen Fachberatung bei psychischen Alterserkrankungen, informieren über Krankheitsbilder wie Psychosen, Depressionen, Demenz und Alzheimer und den Umgang mit derartigen Erkrankungen, bieten Gesprächskreise für Angehörige an, kümmern sich um Patienten nach Klinikaufenthalten, vermitteln Hilfe und informieren über Angebote für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die Tagesstätte an der Siegstraße in Eitorf öffnete 1997 und ist ebenfalls ein wichtiger Baustein des Betreuungsangebotes. Psychisch erkrankte Erwachsene können in einer ruhigen und überschaubaren Umgebung gesundheitliche Stabilität erreichen und sich dort unter Anleitung auf selbstständiges Wohnen und eine berufliche Wiedereingliederung vorbereiten.

Ein zwei- bis dreistündiges Arbeitsangebot pro Tag in der Hauswirtschaft oder Papierwerkstatt sowie ein gemeinsames Mittagessen, Konzentrations- und Gedächtnistraining, Bewegung und Ausflüge runden das Angebot ab.

Überdies bietet das SPZ psychisch erkrankten Menschen die Möglichkeit eines betreuten Wohnens an. 2009 rief es mit "Kipes" ein Projekt zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern ins Leben. Dabei stehen vor allem Gespräche mit den Kindern und den Eltern im Fokus.

Sowohl Heinz-Willi Schäfer als auch Michaela Balanski und Rüdiger Storch würdigten die wichtige Arbeit des Sozialpsychiatrischen Zentrums und feierten mit den Leiterinnen Yvonne Hebbecker-Lüneberg und Annette Küpper sowie deren Mitarbeitern den runden Geburtstag.

Einen Wunsch hegt Hebbecker-Lüneberg für die Zukunft: "Seit Zehn Jahren steigt die Klientenzahl stetig, darum sollte das Thema psychische Erkrankungen mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken."

Das SPZ, Spinnerweg 51-54, in Eitorf ist unter 02243/847580 sowie per E-Mail an spz@awo-bnsu.de, die Tagesstätte, Siegstraße 16, ist unter 02243/82670 sowie per E-Mail an tagesstaette@awo-bnsu.de erreichbar. Die Kontaktstelle in Niederdollendorf, Hauptstraße 109, nimmt Anrufe unter 02223/25220 entgegen.