Kinderbetreuung im Rhein-Sieg-Kreis

Hilfe bei der Suche nach einem Kita-Platz

Über das Online-Portal „Little-Bird“ können Eltern gezielt einen Kitaplatz suchen. SCREENSHOT: HOLGER ARNDT

Über das Online-Portal „Little-Bird“ können Eltern gezielt einen Kitaplatz suchen. SCREENSHOT: HOLGER ARNDT

Rhein-Sieg-Kreis. Das Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises setzt in acht Gemeinden auf das Online-Portal „Little Bird“. Eltern können gezielt nach einem Betreuungsplatz in den Kitas oder bei Tagespflegepersonen suchen.

Wer schon einmal einen Kindergartenplatz gesucht hat, weiß, dass es mit einer Anmeldung nicht getan ist. Die Wartelisten sind überall lang, und wer sicher gehen möchte, dass sein Kind einen Platz erhält, meldet es parallel in mehreren Einrichtungen an. „Dadurch war es für uns schwierig, den wirklichen Bedarf zu ermitteln“, sagt Reiner Delling vom Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises. Denn bislang habe man nur die Zahl der Anmeldungen gesehen, aber nicht, wie viele Kinder dahinter stehen. Das ist seit dem 1. August anders. Der Kreis hat für die acht Gemeinden seines Jugendamtes das Online-Portal „Little Bird“ eingeführt. Und damit, so Jugenddezernent Thomas Wagner, einen „schnellen und unkomplizierten Weg“ zu einem Kitaplatz in Alfter, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Swisttal, Wachtberg und Windeck.

„Ich verspreche mir eine Menge davon“, sagt Wagner. Es sei ein Angebot, von dem alle Seiten profitieren – Eltern, Kitas, Kommunen und das Jugendamt. Aktuell würden im Zuständigkeitsbereich des Kreises 5050 Kinder in 87 Kindertagesstätten sowie 340 Mädchen und Jungen bei 110 Tagespflegepersonen betreut. Und der Bedarf sei steigend, so Wagner. „Wir sind weiterhin eine Zuzugsregion.“

Rund 36 000 Euro hat der Kreis in die Einführung des Portals investiert. Die jährlichen Betriebskosten betragen rund 31 000 Euro. Die Verantwortlichen versprechen sich einen großen Gewinn. „Wir sehen über das System nun, wie viele Kinder wirklich einen Platz suchen und können zielgerichteter planen“, sagt Jugendamtsleiterin Ulla Schrödl.

2009 hat Anke Odrig die „Little Bird GmbH“ gegründet. Als junge Mutter hatte sie selbst erfahren, wie schwierig es sein kann, einen Betreuungsplatz zu finden – und die Idee, eine Plattform zu schaffen, die Eltern die Suche nach Betreuungsplätzen erleichtern sollte. Die Stadt Heidenau war 2010 die erste Kommune, in der „Little Bird“ an den Start ging. Inzwischen nutzen rund 60 Kommunen das Angebot. Darunter Hennef, Troisdorf, Lohmar, Bad Honnef und Königswinter.

„Eltern können sich von zu Hause aus über das Betreuungsangebot in ihrer Gemeinde informieren und gezielt nach einem passenden Platz suchen“, beschreibt Kristina Sander von „Little Bird“ die Vorteile des Online-Portals. Dazu müssen sie nur das Geburtsdatum oder den errechneten Geburtstermin ihres Kindes, den gewünschten Betreuungsbeginn und die Stadt oder Gemeine angeben. „Dann werden die passenden Einrichtungen vorgeschlagen“, sagt Sander. Über das jeweilige Profil können Eltern sich über die einzelnen Kitas informieren – und nach der Registrierung bei Interesse eine Betreuungsanfrage versenden. Bis zu fünf Mal. „Das System empfiehlt drei Anmeldungen“, sagt Reiner Delling.

„Das Onlineverfahren ersetzt nicht den persönlichen Besuch in einer Kita“, betont Kristina Sander. Es sieht das persönliche Gespräch sogar vor, erinnert eine Kita daran, wenn es noch nicht stattgefunden hat. „Erhält ein Kind dann eine Zusage für einen Platz, werden die anderen Anmeldungen sofort gesperrt“, sagt Sander. Die Eltern können binnen einer Frist entscheiden, ob sie einen Platz annehmen oder ablehnen.

In Aachen würden bereits 80 Prozent der Kitaplätze über „Little Bird“ vergeben, sagt Sander. „Das ist ein bürgerfreundliches Angebot für Eltern“, ergänzt Thomas Wagner. Die Zeit werde zeigen, ob das Modell im Kreis erfolgreich sei. Schon jetzt nutzen Eltern das Angebot, weiß Reiner Delling zu berichten. Das Jugendamt hat bereits 248 Meldungen verzeichnet.

Das Online-Portal hat die Adresse: www.little-bird.de