St. Franziskus-Krankenhaus

Geburtshilfeabteilung in Eitorf wird geschlossen

Keine Entbindungen mehr: Das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf schließt seine Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe.

EITORF. "Das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf sieht sich gezwungen, seine Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 31. Dezember zu schließen, in der Hoffnung, diese bald wiedereröffnen zu können." Das ist der Kernsatz einer Mitteilung, die Marlies Gabriel, Geschäftsführerin des Eitorfer Sankt Franziskus-Krankenhauses, in der vergangenen Woche herausgab.

"Der Vertrag mit der Belegärztin Dr. Claudia Olmos, seit 2007 Leiterin dieser Belegabteilung, musste zum 31. Dezember 2013 aufgelöst werden. Frau Dr. Olmos betreibt ihre Fachpraxis für Gynäkologie und Geburtshilfe aber weiterhin in den bisherigen Praxisräumen am St. Franziskus-Krankenhaus", teilte Gabriel weiter mit. Ein Schock für Patientinnen aus dem Osten des Rhein-Sieg-Kreises, denn für die nächsten Geburtshilfeabteilungen in Sankt Augustin, Sieglar, Gummersbach oder Kirchen müssten sie lange Wegstrecken einkalkulieren.

Seit Jahren bemühe sich das Krankenhaus, das seit Juli 2012 zu hundert Prozent der Deutschen Krankenhaus Union (DKU) gehört, laut Gabriel um qualifizierte Belegärzte für den Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe, um die Belegabteilung mit der erforderlichen Qualität und Wirtschaftlichkeit zu betreiben. "Leider bisher ohne Erfolg", sagte Gabriel. Die Geburtszahlen in Eitorf sind ja eigentlich ganz ordentlich.

160 Frauen hätten im vergangenen Jahr in Eitorf entbunden. Dennoch müssten laut Gabriel weitere Belegärzte gefunden werden, denn anders sei die Abteilung wirtschaftlich nicht zu führen. Wenn mindestens drei Belegärzte am Krankenhaus wären, würde es nach Meinung der Geschäftsführerin funktionieren. Dann müsse das Krankenhaus nämlich nicht mehr für so viele Vertretungsärzte sorgen wie bisher.

Zudem würden weitere Fachärzte auch für steigende Patientinnenzahlen sorgen. Den drei Hebammen, die in Olmos' Abteilung tätig sind, wurden die Kündigungen bereits mündlich mitgeteilt. Marlies Gabriel bestätigte allerdings, dass sie sich derzeit in Gesprächen mit der bisherigen Belegärztin Claudia Olmos befindet. "Natürlich sprechen wir mit ihr, denn wir versuchen alles, die Abteilung wieder zu öffnen", so Gabriel. "Es gibt Hoffnung", bestätigte auch Claudia Olmos. Bis zum 31. Dezember ist laut Gabriel die Versorgung der Patientinnen komplett gewährleistet. Schwangere Frauen, deren Niederkünfte für Januar ausgerechnet seien, müssten sich allerdings an andere Krankenhäuser wenden.

Auch die Eitorfer Politiker, allen voran Bürgermeister Rüdiger Storch, machen sich große Sorgen um die Geburtsabteilung des Eitorfer Krankenhauses. "Ich führe derzeit Gespräche mit der Geschäftsführung und der Bezirksregierung. Zudem wird das Thema für die Ratssitzung am Montag auf die Tagesordnung gesetzt", sagte Storch.

Vor der Ratssitzung (ab 18 Uhr) gibt es um 15.30 Uhr eine Bürgersprechstunde im Krankenhaus, bei der sich neben Marlies Gabriel auch Belegärztin Claudia Olmos und die drei Hebammen den Fragen der Eitorfer stellen. Zudem haben Patientinnen angekündigt, vor der Ratssitzung ab 17 Uhr für den Erhalt der Geburtshilfeabteilung zu demonstrieren.