Sankt-Franziskus-Krankenhaus

Eitorfer Hospital meldet Insolvenz an

Das Krankenhaus in Eitorf: Dramatisch stellt sich die Situation für die rund 200 Beschäftigten der Klinik derzeit dar.

EITORF. Das Sankt-Franziskus-Krankenhaus in Eitorf hat ein Insolvenzverfahren in die Wege geleitet und nach dem neuen Insolvenzrecht ein Verfahren in Eigenverwaltung beantragt. Jetzt sucht man einen Weg aus der finanziellen Krise.

Zuerst neue Hoffnung und nun die Insolvenz: Die rund 200 Mitarbeiter des in finanzielle Schieflage geratenen und seit Jahren defizitären Sankt-Franziskus-Krankenhauses in Eitorf erleben derzeit eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das Krankenhaus an der Oberen Sieg hat, wie jetzt bekannt wurde, am vergangenen Mittwoch ein Insolvenzverfahren in die Wege geleitet und nach dem neuen Insolvenzrecht ein Verfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Das Amtsgericht hat dem Antrag bereits stattgegeben, weil das Hospital einen positiven Bescheid für einen Sicherstellungszuschlag bekommen hatte (der GA berichtete). Das teilte die Krankenhaus-Geschäftsführung gestern mit. Das Gericht bestellte die Juristin Ruth Rigol von der Kanzlei Dr. Ringstmeier zur Sachverwalterin. "Nach einer ersten Einschätzung sind die Gesellschafter, der Eigenverwalter sowie die Sachverwalterin zuversichtlich, den Klinikbetrieb in kurzer Zeit aus der Krise zu führen", heißt es in der Mitteilung.

Grund für diesen eingeschlagenen Weg ist der Umstand, dass Gespräche mit Banken und den politischen Gremien über eine notwendige Zwischenfinanzierung zur Überbrückung bis zur Zahlung eines Sicherstellungszuschlages gescheitert sind. Dieser Zuschlag ist dem Hospital vor kurzem von der Bezirksregierung genehmigt worden. Er muss allerdings noch mit den Kostenträgern, sprich den Krankenkassen, ausgehandelt werden. Das kann aber noch dauern, und das Krankenhaus braucht offenbar schnell frisches Geld. "Um den Bestand des Krankenhauses zu sichern, sind insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr erforderlich", hatte Geschäftsführer Dietmar Stephan vor anderthalb Wochen gesagt.

In einem ersten Schritt in der vorläufigen Insolvenz soll nun die Höhe des Sicherstellungszuschlags mit den Kostenträgern verhandelt werden. Dieser Antrag des Krankenhausträgers - die Deutsche Klinik Union aus Bergisch Gladbach (DKU) - sowie die Gewährung des Zuschlages ist bisher in NRW einmalig. Die positive Entscheidung bedeutet für das Hospital und die Beschäftigten trotz der neuen Entwicklung schon so etwas wie Planungssicherheit, weil damit klar ist, dass das Land NRW das Krankenhaus in Eitorf für die Bürger an der Oberen Sieg laut Stephan für unerlässlich hält.

Gleichwohl ist die Lage für die Beschäftigten dramatisch. Sie haben kein August-Gehalt bekommen. "Das wird aber sehr zeitnah jetzt aus dem Insolvenzgeld gezahlt. Die entsprechenden Anträge laufen", sagte Geschäftsführer Andreas Schleicher gestern auf GA-Anfrage. Einige Maßnahmen seien schon eingeleitet worden, Welche konkret wollte er nicht benennen.

Er wolle jetzt schnell mit den Kassen über den Sicherstellungszuschlag verhandeln. "Wir haben sie bereits dazu aufgefordert und gehen auch nicht davon aus, dass die Kassen Widerspruch gegen den bewilligten Zuschlag einlegen", so Schleicher. "Die Unterstützung durch die Kassen muss ja kommen. Es gilt, sich jetzt über die Höhe zu verständigen, um das Haus zu sichern."