Hennefer Verein "Schule für alle"

Zweites Spielefest für die ganze Familie

Beim Spielefest in der Turnhalle der Gesamtschule Meiersheide rutschen und toben die Kinder nach Herzenslust.

HENNEF. Für viele Kinder, aber auch deren Eltern, ist der Umgang mit dem Thema Behinderung mittlerweile vermutlich gelebter Alltag. Zu diesem Umstand hat wohl auch der Hennefer Verein "Schule für alle" um die engagierte Vereinsvorsitzende Lucia Schneider beigetragen. Seit vielen Jahren setzen sie sich für die Inklusion ein.

Dass Kinder mit und ohne Behinderung in einer Schule gemeinsam unterrichtet werden, ist für Schneider eine Herzensangelegenheit. Die 43-jährige Lehrerin und Mutter von zwei Töchtern, von der eine das Down-Syndrom hat, verschafft gemeinsam mit ihrem Verein mit bemerkenswerten Aktionen immer wieder Aufmerksamkeit. Neben einer integrativen Ferienwoche, die der Verein seit ein paar Jahren anbietet, hatte im vergangenen Jahr ein Familien-Spielefest Premiere. Nun gab es in der Dreifachturnhalle der Gesamtschule Meiersheide eine Neuauflage des beliebten Festes, zu dem der Verein zusammen mit der Stadt eingeladen hatte.

In Scharen kamen die Familien mit ihren Kindern zu dem Fest, um sich bei dem vielfältigen Angebot in der Turnhalle zu vergnügen. Es wurde gemalt, geklettert, gerutscht und gespielt. Und der Rollstuhl-Führerschein, der auf einem angelegten Parcours abgelegt werden konnte, brachte zahlreiche Kinderaugen zum Leuchten. Selbst Vize-Bürgermeister Thomas Wallau ließ es sich nicht nehmen, in einem der Rollstühle eine Runde zu drehen.

Eine riesige Bewegungslandschaft, die von Motopädin Michaele Mons aufgebaut und betreut wurde und auf der sich Kinder mit und ohne Behinderung austoben konnten, rundete das Angebot ab. "Wir freuen uns sehr, dass wieder so viele Gäste gekommen sind. Vor allem ist es schön, dass in diesem Jahr Kinder aller Altersstufen mit dabei sind", sagte Lucia Schneider. "Diese bunte Vielfalt erinnert an die integrative Ferienwoche im Sommer."

Der "Verein Schule für alle" setzt sich seit mehreren Jahren dafür ein, dass ein selbstverständlicher Umgang zwischen allen Kindern und Jugendlichen, ob mit oder ohne Behinderung, auch durch das gemeinsame Lernen ermöglicht wird. "Aber auch das Verbringen gemeinsamer Freizeit führt dazu, dass man sich gegenseitig besser kennenlernt, Freunde findet und Verständnis füreinander entwickelt", erklärt Schneider.

Die jährlich stattfindende integrative Ferienwoche im Sommer, die immer schnell ausgebucht ist, bestätigt diesen Ansatz. "Die Nachfrage nach diesem Angebot ist enorm, sowohl bei behinderten als auch bei nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, ein weiteres Mal die Gelegenheit zum gemeinsamen Spiel mit einem solchen Familienfest anzubieten", sagte Schneider. Der Erfolg gibt Schneider und ihrem Verein recht. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen verbrachten ein tollen Nachmittag und freuen sich bereits jetzt auf das nächste Fest dieser Art.

Der Verein "Schule für alle"

Der Verein "Schule für alle" wurde im April 2008 ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist vor allem die Förderung des gemeinsamen Lebens und Lernens aller Kinder. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die schulische Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Hennef und dem Rhein-Sieg-Kreis, also die Inklusion, für die sich mittlerweile auch die Stadt Hennef stark macht. Vereinsvorsitzende ist Lucia Schneider. Die 43-jährige Pädagogin lebt seit 2004 mit ihrer Familie in Hennef und setzt sich seit Jahren mit viel Herzblut für die Inklusion ein.