32 Pferde von der Koppel getrieben

Wallach riss sich in Hennef ein komplettes Bein ab

Diese Pferde haben Unbekannte aus der Koppel in Heisterschoß getrieben. Zu den Hintergründen wissen die Ermittler noch nichts.

Diese Pferde haben Unbekannte aus der Koppel in Heisterschoß getrieben. Zu den Hintergründen wissen die Ermittler noch nichts.

HENNEF. Pferde liefen am Samstagabend in Hennef frei auf der Straße herum. Die Polizei geht davon aus, dass Unbekannte das Gatter des Stalls mutwillig öffneten. Ein Tier verletzte sich in der Panik schwer.

Mehrere Pferde sind am Samstagabend gegen 22.15 Uhr in Hennef-Heisterschoß an der Straße „Zum Wahlbach“ frei herumgelaufen. Wie die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg mitteilte, hatten Unbekannte das Gatter einer Pferdekoppel mutwillig geöffnet und die 32 Tiere herausgetrieben.

Regelrecht aufgescheucht war die gesamte Wallachherde, die vermutlich in Panik über anliegende Wiesen und Straßen rannte. Wie in einem „schlechten Horrorfilm“ fühlte sich Nicole Kuchenbecker, als sie gegen 22.30 Uhr den Anruf erhielt. Auch sie hat ihr Pferd auf der Weide stehen. Es sei mit dem Schrecken davon gekommen. „Die Polizei sagte mir, dass Tiere auf der Straße gestürzt sind“, so Kuchenbecker. Dankbar sei sie der Anwohnerin, die ebenfalls ein Pferd auf der Koppel unterbringt. Diese hatte den Lärm der Hufen auf dem Asphalt gehört und sofort die Mitarbeiter des zugehörigen Reiterhofes sowie die Polizei alarmiert. Dass die Pferde nicht in eine rund drei Meter tiefe Baugrube direkt hinter dem Stall gestürzt sind, ist laut Kuchenbecker „Gott zu verdanken“. Denn genau in diese Richtung hatten die Unbekannten die Pferde getrieben. Kuchenbecker ist sich sicher: Das sei Absicht gewesen.

„Auch das Tor der Koppel muss jemand absichtlich geöffnet haben“, so Kuchenbecker. „Es ist normalerweise immer mit einer Kette und einem Karabiner verschlossen, kann also nicht von alleine aufgehen.“ Kette und Karabiner seien nicht mehr aufzufinden. Auf Fremdeinwirkung deutet ihrer Meinung nach hin, dass alle 32 Pferde die Weide fluchtartig verlassen haben. Als die Pferde in Panik wieder zurück zum Stall laufen wollten, rannten sie geradewegs durch den umlaufenden Zaun. Dabei verletzte sich ein Wallach schwer. Laut Kuchenbecker riss er sich ein komplettes Bein ab. „Pferde sind Fluchttiere und laufen auch auf drei Beinen weiter“, so Kuchenbecker. „Der Wallach hat sich noch zurück zum Stall geschleppt.“ Eine von der Polizei hinzugerufene Tierärztin musste den 13-jährigen Oldenburger Wallach einschläfern. Von den 32 Pferden sind laut Kuchenbecker zehn leicht verletzt. Bis 2.30 Uhr waren alle Helfer damit beschäftigt, die Tiere zu finden und in den Stall zurückzutreiben.

Gestohlen wurde keines der Pferde, wie Stefan Birk, Sprecher der Kreispolizeibehörde in Siegburg, auf Anfrage des General-Anzeigers mitteilte. Zu den Hintergründen des Vorfalls konnte er noch nichts sagen. Hinweise auf die unbekannten Täter gebe es keine. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zu den Tätern machen können. Hinweise an die Polizei unter 0 22 41/5 41 35 21.