Kunst auf der mittelalterlichen Burg

Skulpturen und Konstruktionen in Hennef ausgestellt

Hennef. Zehn Bildhauer aus der Region präsentieren ihre Werke auf der Burg Blankenberg in Hennef. Zu sehen sind die Ausstellungsstücke noch bis zum 30. September.

Einen Besuch ist die mittelalterliche Burg in Stadt Blankenberg allemal wert. Nicht nur, dass die Aussicht fantastisch ist, die bis Siegburg reicht. Auch die Burgruinen haben einiges zu bieten. Vor allem, wenn die jährliche Ausstellung „Kunst auf der Burg“ wieder verschiedene Skulpturen mit der historischen Stätte verbindet, lohnt sich die kurvenreiche Wanderung hoch zur Burg. Mit einer Vernissage eröffneten zehn Künstler gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Hennef am Sonntag die „Kunst auf der Burg“, die bis Samstag, 30. September, kostenfrei zu sehen ist. Die Idee dazu hatte vor rund sechs Jahren Peter Grunewald, der auch selbst seine Werke ausstellt. Neben der Künstlerbetreuung kümmert er sich um die Planung und Umsetzung der Skulpturenausstellung. Froh ist er dabei über die Hilfe des Kulturamtes, das Mitorganisator ist.

Als eingesessener Blankenberger war Grunewald der Meinung, dass die „toten Steine“ der Burgruine etwas Leben vertragen könnten. „Dieser Schauplatz eignet sich hervorragend für Theater oder Kunst“, so der gelernte Schreinermeister. „Hinzukommt, dass die Burg Touristen anzieht, die zum Teil total überrascht sind, wenn sie hier Kunstwerke vorfinden.“ Die Burg Blankenberg sei ein zwangloser Ort, anders als etwa Kunstgalerien. Mit Holz, Stein und Stahl setzt Grunewald Eindrücke um, die er als Entwicklungshelfer in Papua Neuguinea gesammelt hat. Als Künstler tätig ist er seit mehr als 20 Jahren. Für die „Kunst auf der Burg“ hat er sowohl ältere als auch neue Werke mitgebracht.

So auch Peter Nettesheim, der mit sechs lebensgroßen Figuren viel Aufmerksamkeit erregte. Wer auf die große Aussichtsplattform zugeht, könnte meinen, dass sich auf dem Rasen viele Menschen tummeln, die etwa auf einem Skateboard fahren, ein Foto von den Ruinen machen oder wandern. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass sie alle aus Holz sind und täuschend echt wirken. Die älteste Figur ist ein Jugendlicher mit Spraydose, den Nettesheim in den 90er Jahren angefertigt hat. Seit fast 50 Jahren ist er als Künstler tätig und verwendet für seine Werke immer wetterfestes Holz. „Viele meiner Figuren stehen in Skulpturenparks oder privaten Gärten“, sagte der 72-Jährige. „Zum Einsatz kommen bei meiner Arbeit zwei Holzarten: Eiche und Robinie.“ Diese Hölzer seien härter und eigneten sich seiner Erfahrung nach am besten für Außenbereiche.

Fasziniert habe ihn die psychologische Verbindung von Hand und Kopf, als die ersten Mobiltelefone aufkamen. „Die Leute fotografieren immer erst alles, bevor sie mit eigenen Augen hinschauen“, so Nettesheim. Das habe ihn zu den beiden Frauenfiguren inspiriert, die die Landschaft fotografisch festhalten. Die Werke fügen sich alle so in die Natur ein, dass man genau hinschauen muss, um sie zu entdecken.

Vor allem Christine Santema versteckt ihre Stahlskulpturen gut. Beim Betreten des Burgturms über eine Treppe fällt etwa eine ihrer Konstruktionen auf, die an einer Treppenstufe befestigt ist.

Für die passende musikalische Begleitung sorgte während der Vernissage Jan-Philipp Tödte mit seiner multiinstrumentalen „talking music“, die mit Trommeln, Becken und Rasseln beeindruckte.

Mit der Planung für die siebte „Kunst auf der Burg“ 2018 beginnt Grunewald bald. Denn die Ausstellungseröffnung sei auch dieses Mal prima angenommen worden.