Neugestaltung der Emmauskirche

Neues Glaskunstfenster in Lülsdorf-Ranzel

Pfarrerin Katharina Stork-Denker vor dem alten und dem zukünftigen Kirchenfenster

Pfarrerin Katharina Stork-Denker vor dem alten und dem zukünftigen Kirchenfenster

Lülsdorf-Ranzel. Die Emmauskirche in Lülsdorf-Ranzel wird verjüngt und aufgefrischt. Dafür bekommt sie unter anderem ein farbenfrohes Glaskunstfenster. Der Förderverein sucht „Fensterpaten“ für die Finanzierung.

Die evangelische Emmauskirche in Lülsdorf-Ranzel, gebaut in den Jahren 1969/1970, ist etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Daher hat man sich zu einer Neugestaltung des Kirchenraumes entschlossen. Aber nicht nur Altar, Taufbecken und Kanzel sollen verjüngt und aufgefrischt werden, sondern auch die Fensterfront. Damit soll das Gemeindezentrum, in dem in den fast 50 Jahren seines Bestehens Tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene Gottesdienste besucht haben, auch in Zukunft für viele Menschen ein Ort der Besinnung und Begegnung mit sich selbst und mit Gott sein, so Pfarrerin Katharina Stork-Denker in einem Schreiben an die Gemeindemitglieder.

Herausragende Veränderung wird ein großes farbiges Glaskunstfenster werden, das die grauen Antikglasfenster ersetzt. Das neue Fenster erzählt in angedeuteter Weise die Emmausgeschichte, nach der die Kirche 1980 ihren Namen erhalten hat: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete?“, fragten sich die beiden Jünger nach ihrer Begegnung mit dem Auferstandenen. Sie sind unterwegs von Jerusalem nach Emmaus. Aufgebrochen in Traurigkeit, erfahren sie, dass sie nicht allein sind auf ihrem Weg. Ein Fremder begleitet sie, sie bitten ihn zu bleiben. Sie reden, sie erzählen, sie essen miteinander. Und als er das Brot teilt, erkennen sie ihn: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“. Das Licht der Auferstehung erhellt von nun an ihren Weg.

Die Emmausgeschichte – ein Weg von der Dunkelheit ins Licht. Und im Zentrum der Begegnung steht die Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Beides findet sich in dem Entwurf der Künstlerin Rosemarie Vollmer für das Fenster in der Emmauskirche wieder.

Die renommierte Künstlerin, die in Gondelsheim/Baden und Berlin arbeitet und lebt, hat neben vielen anderen Auftragsarbeiten auch Kirchenglasmalerei für die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Schriesheim und die evangelische Trinitatisgemeinde in Wilnsdorf-Niederdielfen angefertigt. „Die Mitglieder des Presbyteriums haben die bauliche Veränderung gemeinsam beschlossen. Bei der Neugestaltung des Fensters habe ich mich durch einen Flyer an meine ehemalige Kirchengemeinde im Siegerland erinnert, denn in der dortigen Kirche, der evangelische Trinitatisgemeinde, hatte ich erstmals ein Fenster von Rosemarie Vollmer gesehen“, so Pfarrerin Stork-Denker.

Eine neu gegründete Gestaltungsgruppe setzte sich mit Vollmer in Verbindung und bekam nach intensiven Beratungen Gestaltungsvorschläge. Die Wahl fiel auf ein neunteiliges Kirchenfenster, das in einem aufwendigen Verfahren in einer Glaswerkstatt im Taunus hergestellt wird. „Das Glaskunstfenster wird zweimal bemalt und gebrannt und zum Schluss sandgestrahlt. Das Licht, das dann durch das Fenster fällt, macht sichtbar, was in ihm steckt: die bildlich angedeutete Erzählung der Emmausgeschichte“, so die Pfarrerin.

Das Fenster und die Deckenbalken sollen symmetrisch aufeinander abgestimmt werden. Auch der Altar, das Taufbecken und die Kanzel werden zum Fenster hin ausgerichtet und nicht, wie bisher, zur rotbraunen Backsteinwand. Der Holzfußboden und die Backsteinwände bleiben erhalten, hingegen möchte die Pfarrerin die Bestuhlung und die Beleuchtung noch gerne austauschen.

Mit dieser Neugestaltung wolle man, so Stork-Denker, die Emmauskirche auch für die Zukunft als einen lebendigen Ort erhalten, an dem wie bisher Menschen aller Generationen gerne zusammenkommen. Um diesen Wunsch umzusetzen, werden Spendenpaten für das neue Glaskunstfenster gesucht. Wer sich an der Neugestaltung beteilige, für den werde zu diesem strahlenden Kunstwerk von Farben und Licht eine besondere Beziehung bestehen bleiben, ist sich die Pfarrerin sicher. Der Beginn der Umbauarbeiten ist für Sommer dieses Jahres geplant.Die Spendenaktion „Fensterpaten“ wird vom Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde Niederkassel „A.M.E.Niederkassel“ durchgeführt (Infokasten).