Kommentar zur Klage von Verdi

Magnet ersten Ranges

Das Stadtfest in Hennef gehört zu den Publikumsmagneten der Region. Verdi klagt gegen die Sonntagsöffnung der Geschäfte.

Das Stadtfest in Hennef gehört zu den Publikumsmagneten der Region. Verdi klagt gegen die Sonntagsöffnung der Geschäfte.

HENNEF. Das Hennefer Stadtfest ist ein Publikumsmagnet ersten Ranges. Die Besucher werden am 16. September hauptsächlich wegen der Stadtfest-Attraktionen in die Innenstadt pilgern - das nimmt der Verdi-Klage den Wind aus den Segeln.

Ganz schön mutig von Verdi, gegen die sonntägliche Geschäftsöffnung beim Hennefer Stadtfest zu klagen. Die Annahme, dass die Verkaufsfläche in keinem angemessenen Verhältnis zur Veranstaltung steht, ist beim besten Willen nicht nachzuvollziehen. Schließlich ist das Stadtfest eine der größeren Veranstaltungen der Region, ein Publikumsmagnet ersten Ranges.

Natürlich: Die Verordnung für verkaufsoffene Sonntage muss wasserdicht sein, da sollte die Stadt keine Angriffsfläche bieten. Dass Verdi beim Thema Sonntagsschutz Druck macht, ist schließlich schon seit längerem bekannt. Und das ist grundsätzlich auch richtig so.

Denn die Möglichkeit, verkaufsoffene Sonntage zuzulassen, wurde in der Vergangenheit von den Kommunen mitunter eigenwillig ausgelegt. Wenn flugs ein paar Glühwein- und Klamottenbuden aufgestellt werden, damit das benachbarte Möbelhaus sonntags öffnen darf, sollte dem durchaus ein Riegel vorgeschoben werden. So geschehen in Köln, wo die Gewerkschaft mit Erfolg geklagt hat.

In Hennef liegt die Sache aber offensichtlich anders. Die Stadt mag zwar umfangreiche Ladenflächen im Zentrum haben. Doch werden die Besucher am 16. September hauptsächlich wegen des Stadtfestes in die Innenstadt pilgern, wegen der Kirmes, wegen des Programms und der vielen Aktionen, an denen nicht zuletzt Vereine beteiligt sind.