Hennefer Ortsteil

Lückert ist Golddorf auf Bundesebene

Rund drei Stunden durchs Dorf: Im Juni besuchte die Bewertungskommission des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ den Hennefer Ortsteil Lückert.

Rund drei Stunden durchs Dorf: Im Juni besuchte die Bewertungskommission des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ den Hennefer Ortsteil Lückert.

Hennef. Der Hennefer Ortsteil Lückert hat auch beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Gold gewonnen. Zusätzlich zur Medaille erhält der Ort 15.000 Euro Preisgeld.

Für Freerk Baumann ist es noch unfassbar. „Das ist Wahnsinn, was hier passiert“, sagte der Dorf- und Außenbeauftragte des Hennefer Orts Lückert am Donnerstag. Das 104-Einwohner-Dorf hat nach den Siegen beim Kreis- und Landeswettbewerb nun auch beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Gold gewonnen. „Unser Dorf rastet gerade völlig aus“, so Baumann, der wie die Bürgermeister Siam Schoofs und Andreas Hagen am Donnerstagmittag vom dritten Goldsegen erfuhr.

Lückert ist damit eines von acht Golddörfern auf Bundesebene. Und das erste im Rhein-Sieg-Kreis, das sich mit dem Titel "Bundesgolddorf" schmücken darf. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft konnten die acht Orte „mit herausragendem bürgerschaftlichen Engagement, beispielhaften Ideen und zukunftsweisenden Konzepten überzeugen“. Sie erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro. Knapp 1900 Dörfer aus ganz Deutschland hatten sich insgesamt an den Vorentscheiden für den Wettbewerb beteiligt.

„Ich habe nie an Gold gedacht“, sagte Bürgermeister Schoofs. Wenn man die anderen Teilnehmer gesehen habe, habe man auch ein stückweit Respekt gehabt. Es sei eine intensive Zeit gewesen, die drei Begehungen der Bewertungskommissionen in den vergangenen Jahren vorzubereiten. „Umso schöner, wenn solche Ergebnisse dabei herauskommen. Das schweißt das Dorf auch zusammen“, ergänzte Schoofs. Am Donnerstagabend sollte das erst einmal gefeiert werden.

Glückwünsche kamen bereits am Mittag vom Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Hennef. „Lückert ist einfach großartig“, teilte Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke mit. Er wisse, wie hart und voller Elan die Lückerter für diesen Erfolg gearbeitet hätten. „Eine verdiente und herausragende Leistung, auf die ganz Hennef sehr stolz ist.“ Pipke hob die Gemeinschaft und den Zusammenhalt, die Kreativität der Bewohner und deren Engagement hervor, auch politisch aktiv zu werden und ihre Interessen zu vertreten. Wie etwa im Jahr 2011 beim geplanten „Megakuhstall“, der von einem Investor oberhalb von Lückert geplant war, und der auch dank des Widerstands des Dorfes schließlich vom Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Kreises abgelehnt worden sei, so Pipke.

Groß war die Freude auch bei Landrat Sebastian Schuster: „Hier zeigt es sich wieder, wie wichtig ehrenamtlicher Einsatz für die Gemeinschaft ist.“ Die Goldmedaille honoriere dieses Engagement auf ganz besondere Weise.

Überreicht bekommen die Bewohner aus Lückert die Goldmedaille im Januar 2020 bei der „Grünen Woche“ in Berlin. Dann wird es auch ein Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geben, dem Schirmherr des Bundeswettbewerbs. In Berlin soll laut Baumann ein großer Teil des Dorfes dabei sein. Dafür soll ein kleiner Betrag des Preisgelds verwendet werden. Was mit dem Rest passiere, würden die Lückerter demokratisch entscheiden, so der Dorfbeauftragte. Ideen hat er bereits einige – etwa ein Kinderprojekt, ein inoffizielles Dorfcafé oder es ins Dorfgemeinschaftshaus zu investieren.