Erstes Vielfalt-Fest

Klänge und Kulinarisches aus aller Welt in Hennef

HENNEF. Beim ersten Vielfalt-Fest in Hennef präsentierten sich verschiedenste Nationalitäten, die in der Stadt leben. Initiator Gerald Steinmetz ist mit der Premiere zufrieden.

Farbige Roben mit üppiger Bestickung, ausgefallener Kopfschmuck und Musik aus fernen Ländern: Hennef zeigte sich bunt, als der Kulturverein Hennef am Samstag zum ersten Vielfalt-Fest in und vor das Hennefer Rathaus einlud.

Die Idee zu dem Fest mit Musik, Literatur und Kulinarischem hatte Gerald Steinmetz, Vorsitzender des Kulturvereins (der GA berichtete). In Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Stadt Hennef und der dazugehörigen interkulturellen Beratungs- und Begegnungsstätte Interkult organisierte Steinmetz mit acht Mitgliedern des Kulturvereins ein Fest der Begegnung.

Viel zu probieren gab es aus aller Welt: So stellte die Äthiopierin Aster Furbach Kaffee aus ihrem Heimatland vor. An dem Stand röstete oder mahlte ihre Kollegin Tirhas Seyoum die bernsteinfarbenen Bohnen, die Furbach dann in einem speziellen Kaffeetopf kochte. Daraus entstand ein aromatischer Kaffee, der das Fernweh weckte. Abrunden sollte den Genuss äthiopisches Brot. „Das isst man in Äthiopien immer zu dem Kaffee“, sagte Furbach. „Wahlweise wird dazu auch Popcorn gereicht.“ In Deutschland lebt die 59-Jährige seit 33 Jahren. Sie arbeitet als Dolmetscherin bei Interkult in Hennef sowie als Sachbearbeiterin bei „Brot für die Welt“. „Ich möchte hier meine Heimat präsentieren, denn ursprünglich kommt Kaffee aus Äthiopien“, sagte sie. „Das Vielfalt-Fest eignet sich als gemischte kulturelle Veranstaltung hervorragend dafür.“

Orientalische Speisen und Wein aus Tibet

Eine ähnliche Intention hatte auch Christoph Laudan, Vorsitzender des Vereins „Hennef hilft“. Kolumbianische Empanadas, persische Limonade und Biryani, ein arabisches Reisgericht, gab es an seinem Stand. Gegründet hatte Laudan den Verein vor einem Jahr, um sich für die Integration von Flüchtlingen in Hennef einzusetzen. „Wir bieten heute diese orientalischen Speisen an, weil viele Menschen aus dem Iran oder Afghanistan hierher geflüchtet sind“, sagte er. „Wir wollen fremde Speisen, die nicht so bekannt sind, vorstellen und einen Einblick in fremde Kulturen geben. Eine irakische Frau hat uns bei der Zubereitung geholfen.“ Interessant klingende Speisen gab es auch am Stand der Tibet Initiative Deutschland. Dort standen etwa tibetische Teigtaschen oder tibetischer Wein aus Reis auf der Karte.

Zum Entspannen gab es ein Teezelt, das die Deutsch-Libysche Gesellschaft vor dem Rathaus aufgebaut hatte. Mit Kissen, Decken und schweren Teppichen war das Zelt ausgestattet, in dem sich die Mitglieder des Vereins mit Besuchern bei unterschiedlichen Teesorten austauschten.

Kinder hatten unterdessen im Foyer des Rathauses die Möglichkeit, eine kleine Kuh auszumalen. Am Stand der Multikulturellen Kinder-Kunst-Woche Hennef, kurz „Multikuh“, lagen unzählige Filz- und Buntstifte bereit, um einer Kuh auf Papier Farbe zu verleihen. Das Ferienangebot ist eine Kooperation des Kinderschutzbundes Hennef mit Interkult. Auch für Erwachsene gibt es eine Malgruppe, zu der die Interkult einmal im Monat einlädt. Die Ergebnisse waren auf Stellwänden im Rathaus-Foyer zu sehen: Stillleben mit Blumen, Wäldern und Seen sind dabei Themen, aber auch Sonnenuntergänge und eine ruhige Landschaft bei Nacht. Eines haben alle Bilder gemeinsam: Eine Vielfalt an Farben gibt jedem Bild etwas Fröhliches.

Ein besonderes Zeichen der Gemeinschaft setzten dann rund 15 Menschen, die vor der Bühne unter dem Rathausturm zu syrisch-kurdischer Musik der Band Rojava tanzten. Junge und alte Menschen, Geflüchtete und Deutsche nahmen sich an den Händen und bildeten einen Kreis – bis sich irgendwann sogar mehr als 20 Menschen zu den festlichen Klängen bewegten.

Am Ende des Tages zog Initiator Steinmetz eine positive Bilanz: „Ich bin sehr zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf. Das erste Vielfalt-Fest in Hennef ist rundum gelungen.“