Verein "Schule für alle" in Hennef

Kinder zeigen Ergebnisse ihrer Workshops der integrativen Ferienwoche

Die Schürzen gehören zur Ausstattung: Die Kinder der Kochgruppe berichten, was sie in der Feienwoche so alles gelernt haben.

HENNEF. Fünf Tage am Stück haben sie fleißig geprobt, gestaltet, gekocht und musiziert. Die 88 Kinder und Jugendlichen, die an der integrativen Ferienwoche des Vereins "Schule für alle" teilgenommen haben, konnten sich in neun verschiedenen Workshops austoben und wurden dabei von einem Referenten und mindestens einem weiteren Betreuer unterstützt.

Ziel der Woche ist es, Kinder mit und ohne Beeinträchtigung die Möglichkeit zu geben, sich in Workshops kennen und schätzen zu lernen. "Das Ansinnen unseres Vereins war es, behinderte und nicht-behinderte Kinder zusammenzuführen, vor allem im schulischen Bereich. All denjenigen, die gesagt haben, dass das nicht funktioniert, wollen wir das Gegenteil beweisen. Inklusion ist keine Utopie", sagt Lucia Schneider, erste Vorsitzende des Vereins.

Bei der Präsentation der Workshop-Ergebnisse in der Aula der Hennefer Kopernikus-Realschule zeigten die Kinder mit und ohne Handicap, dass trotz der Unterschiede gemeinsam viel geschafft werden kann. Die Älteren unterstützten dabei die Referenten in der Betreuung und ermöglichten den Jüngeren eine abwechslungsreiche Woche. Einer von ihnen ist Nico Haak. Der 21-Jährige hat die Kreativgruppe betreut: "Ich bin bisher jedes Jahr dabei gewesen und habe schon in unterschiedlichen Gruppen mitgeholfen.

In der Kreativgruppe haben wir Stühle bunt gestaltet und es war schön zu sehen, wie konzentriert die Kinder dabei waren." In seiner Gruppe hatten drei von zehn Kindern ein Handicap, teilweise sei das aber kaum aufgefallen. Besonders positiv erinnert sich Nico an eine Szene, in der alle Kinder eine Rollstuhlerfahrung machen sollten.

Der einzige Junge in der Gruppe, der wirklich im Rollstuhl sitzt, sei dabei förmlich aufgeblüht. Besonders wichtig findet er auch das gute Klima innerhalb des Teams. "Zwischen uns freiwilligen Helfern besteht eine große Verbundenheit. In dieser warmen und familiären Atmosphäre macht die Arbeit sehr viel Spaß", findet der 21-Jährige.

Da ein solches Projekt immer auch auf finanzielle Unterstützung von außen angewiesen ist, bedankte sich die Vorsitzende des Vereins "Schule für alle" neben den freiwilligen Helfern auch bei der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, zu der unter anderem der Hennefer Turnverein, die Stadt Hennef und der Kinderschutzbund Hennef gehören.

Lucia Schneider zeigte sich am Ende der Veranstaltung sichtlich zufrieden und gerührt: "Die Reaktionen der Kinder und ihrer Eltern bestätigen mich darin, dass unsere Arbeit Gutes bewirkt. Diese Woche ist einfach etwas Besonderes. Zwar können wir die Welt nicht verbessern, aber immerhin können wir sie in dieser einen Woche so leben, wie wir sie gerne hätten." jfr