So war das Ferien-Veedel

Kinder verwandeln Hennefer Jugendpark in kleine Stadt

HENNEF. Sie probieren Berufe aus, verdienen „Hennis“ und haben sogar ein eigenes Stadtoberhaupt: Rund 80 Kinder haben in der vergangenen Woche am Ferien-Veedel in Hennef teilgenommen.

„Hennis“ lautet der Name der Währung, die 80 Kinder im Verlauf der vergangenen Woche als Zahlungsmittel im Ferien-Veedel benutzen konnten, um sich beispielsweise an der „Süßkiste“ ein paar kleine Leckereien zu kaufen. Damit sie sich den Naschkram auch leisten konnten, galt es allerdings zunächst, die nötigen „Hennis“ als Schreiner, Bäcker oder Zeitungsredakteur zu verdienen. Ganz nah an der Erwachsenenwelt gestalteten die Kinder fünf Tage lang im Hennefer Jugendpark an der Humperdinckstraße ihre eigene Kinderstadt, für die sie sogar einen Bürgermeister samt Stellvertretern gewählt hatten.

Organisiert vom städtischen Jugendamt übten die Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis 14 Jahren Demokratie, probierten sich in verschiedenen Berufen aus und hatten dabei jede Menge Spaß. Am Freitag feierte die Gruppe ein großes Abschlussfest. In der kommenden Woche wird eine zweite Gruppe mit 80 Kindern den Jugendpark bevölkern und erneut eine kleine Stadt nach ihren Vorstellungen gestalten.

Zum dritten Mal hatte das Hennefer Amt für Kinder, Jugend und Familie die Ferienaktion auf die Beine gestellt. Insgesamt zehn Mitarbeiter des Jugendamts, darunter Anna Seidel, Petra Priewe, Simon Pervooren und Jule Schwarz sowie 20 ehrenamtliche Helfer kümmern sich während der zweiwöchigen Aktion um die beiden Kindergruppen. „Das Projekt wird vom Landschaftsverband Rheinland gefördert. Deshalb ist für alle Kinder die Teilnahme auch kostenlos“, sagte Anna Seidel. „Am ersten Tag haben sich die Kinder zunächst kennengelernt. Am zweiten Tag wurde dann ganz demokratisch der Bürgermeister gewählt“, sagte Seidel.

Die Kinder votierten für den neunjährigen Nick Walterscheid, der gemeinsam mit seinen Stellvertretern Laura Ismaili (11) und Refrat Ossi (12) die Verwaltungsspitze des Veedels bildete. Mit Tarek Abed-Jalal (15) gab es sogar einen Anwalt. „Ich konnte bereits einige Streitigkeiten schlichten“, sagte Abed-Jalal. Wer in das Ferien-Veedel wollte, musste sich beim Amt zunächst einen Touristen-Ausweis besorgen. Das Amt am Eingang des Ferien-Veedels war auch während der Woche für die Kinder Anlaufstelle, denn dort wurden jeden Tag ab 9 Uhr die Jobs vergeben. Ob Fotograf, Fußballer oder Zirkusartist – für jeden war etwas dabei. Besonders die Holzwerkstatt war bei den Jungs sehr beliebt. Anders als im richtigen Leben konnten die Kinder ihre Berufe während des Tages mehrmals wechseln. Beim großen Veedels-Fest am Freitag zeigten die Kinder den zahlreichen Gästen, darunter auch der Beigeordnete Martin Herkt, artistische Kunststücke, angefertigten Schmuck sowie „Putzroboter“ und beeindruckten überdies mit einer Tanzdarbietung.